Geophysikerin der TU Freiberg erhält Günter-Bock Preis der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft

Messgebiet in Neuseeland: Landschaft mit Flusslauf
Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG) vom 7. bis 10. März wurde Vera Lay für ihre Arbeit am Institut für Geophysik und Geoinformatik der TU Bergakademie Freiberg mit dem hochrangigen Günter-Bock Preis geehrt.

Die Verleihung des Preises fand während der Eröffnungsveranstaltung der Tagung am 7. März statt, die aufgrund der Corona Pandemie als reine online Veranstaltung durchgeführt wird. Neben der Ehrung stellte Vera Lay ihre Forschungsergebnisse in einem Kurzvortrag vor.

Screenshot der virtuellen Preisverleihung.

Der Preis wird von der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft im Gedenken an den im Jahre 2002 bei einem Flugzeugabsturz verunglückten Seismologen Günter Bock vergeben. Die Auszeichnung erfolgt an junge Geophysikerinnen und Geophysiker für eine hervorragende wissenschaftliche Publikation auf dem Gebiet der Geophysik, die sich durch wissenschaftliche Originalität, Qualität der Ergebnisse und Gestaltung auszeichnet. Dabei muss es sich um eine der ersten eigenen Publikationen der Autorin oder des Autors handeln. In der Laudatio wurde betont, dass die Publikation  essenziell für das Verständnis des Untersuchungsgebietes ist und darüber hinaus allgemein exemplarischen Charakter hat.

Die prämierte Arbeit von Vera Lay befasst sich mit der Untersuchung des Alpinen Störungssystems auf der Südinsel Neuseelands, das regelmäßig mit sehr starken Erdbeben bis Magnitude 8 verbunden ist. „Die verwendeten seismischen Daten hat Vera Lay zusammen mit internationalen Partnern der Universitäten in Wellington, Auckland und Otago (Neuseeland), Alberta und Calgary (Kanada) sowie der Firma Schlumberger im Rahmen einer dreiwöchigen Messkampagne im Jahr 2016 vor Ort gewonnen“, erzählt Co-Autor Prof. Stefan Buske. Vera Lay gelang mit diesen Daten zum ersten Mal, die Struktur des Störungssystems an der Westküste der Südinsel bis in eine Tiefe von circa 2 Kilometer abzubilden. „Mit Hilfe dieser Abbilder können die geologischen Prozesse, die an dieser Plattengrenze zur Gebirgsbildung und zu starken Erdbeben führen, besser verstanden werden und so auch in Zukunft der Erdbebenvorhersage dienen“, so Prof. Stefan Buske weiter. Vera Lay fertigte ihre Promotion zu diesem Thema in der von ihm geleiteten Arbeitsgruppe an und verteidigte sie im Jahr 2021.

Originalpublikation: Lay, V., Buske, S., Townend, J., Kellett, R., Savage, M., Schmitt, D. R., Constantinou, A., Eccles, J., Gorman, A.R., Bertram, M., Hall, K., Lawton, D., Kofman, R. 3D active source seismic imaging of the Alpine Fault zone and the Whataroa glacial valley in New Zealand. Journal of Geophysical Research: Solid Earth, 126, e2021JB023013.

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Prof. Stefan Buske, buske@geophysik.tu-freiberg.de