Geophysikalische Untersuchungen in der chilenischen Atacama-Wüste

Gruppe in der Atacama-Wüste
Ein neunköpfiges Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Köln und des Instituts für Geophysik und Geoinformatik der TU Bergakademie Freiberg ist von einer mehrwöchigen Messkampagne zurückgekehrt.

Dabei wurden insgesamt drei Tonpfannen in der Atacama-Wüste (Nord-Chile) geophysikalisch untersucht. Die Atacama-Wüste erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas über eine Länge von rund 1200 Kilometern und zählt zu den trockensten Wüsten der Erde.

Die Messungen wurden im Rahmen eines Teilprojektes des von der Universität Köln koordinierten Sonderforschungsbereiches 1211 „Evolution der Erde und des Lebens unter extremer Trockenheit“ durchgeführt. „Das Ziel der geophysikalischen Messungen ist die hochauflösende Bestimmung der 3D Struktur der Sedimentfüllung innerhalb der Tonpfannen, um diese mit den Ergebnissen von Bohrungen aus dem Vorjahr im Zentrum der Tonpfanne korrelieren zu können“, so Dr. Volker Wennrich von der Universität Köln.

Dazu wurden in jeder der drei Tonpfannen sowohl elektromagnetische Messungen durch Wissenschaftler des Instituts für Geophysik und Meteorologie der Universität Köln als auch seismische Messungen durch Wissenschaftler des Instituts für Geophysik und Geoinformatik der TU Bergakademie Freiberg durchgeführt, die nun im Anschluss an die Messungen gemeinsam ausgewertet und interpretiert werden und so einen Einblick in die Klimageschichte in einer der niederschlagärmsten Region der Erde geben.

"Die logistischen Herausforderungen bei einer solchen Messung sind sehr hoch, die Abgeschiedenheit der Messgebiete erfordert eine sehr gute Vorbereitung ... und natürlich auch ein bisschen Glück“, so Prof. Stefan Buske vom Institut für Geophysik und Geoinformatik, der zusammen mit drei Studierenden der Bergakademie die Messungen vor Ort begleitet hat. „Die hochaktuelle Forschung auf diesem Gebiet kombiniert mit der Möglichkeit, Studierende vor Ort bei einer Messung unter extremen Bedingungen auszubilden, macht den Reiz dieses Projektes aus“. Die gewonnenen Daten werden von den Studierenden im Rahmen Ihrer Qualifizierungsarbeiten als auch von den Dozenten am Institut für Geophysik und Geoinformatik direkt in deren Lehrveranstaltungen integriert, um so die Forschung und Lehre interessant zu gestalten.

Ansprechpartner: 
Prof. Stefan Buske, Tel 03731 39 2728
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