Gemeinsam durch die Energiekrise: 3 Fragen an den Kanzler

Campus im Herbst, Ansicht von Mensa und Forschungsgebäude Zehs
Trotz Energiekrise und andauernder Pandemie wird das Wintersemester an der TU Bergakademie Freiberg ein Präsenz-Semester. Entsprechend der bundesweit geltenden Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung muss die Uni aber gleichzeitig Energie sparen. Was das bedeutet, erklärt Kanzler Jens Then.

Wie ist die derzeitige Energiesituation der Universität? Woher bezieht sie hauptsächlich die Energie für den Betrieb der Infrastruktur für Forschung und Lehre?

Auch wenn an der Universität Energie bisher ohne Einschränkungen zur Verfügung steht, bereiten wir uns auf mögliche abweichende Szenarien gut vor. Generell erfolgt die Energiebeschaffung und Energielieferung für die Universität über die Leitstelle Energie des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Haupt-Wärmelieferant sind die Stadtwerke Freiberg über das Fernwärmenetz. Energieeinsparmaßnahmen werden gemäß der Verordnungen EnSikuMaV und EnSimiMaV seit 1. September in enger Abstimmung mit dem SIB und gemäß den gemeinsamen Beschlüssen des Sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Landesrektorenkonferenz umgesetzt.

Was bedeutet das für die kommenden Monate an der TU Bergakademie Freiberg?

Die gute Nachricht ist: Lehrveranstaltungen werden auch im Wintersemester in Präsenz stattfinden. Digitale Lehrangebote können zur Unterstützung der Präsenzlehre angeboten werden.

Dennoch muss die Universität als öffentliche Einrichtung im kommenden Winter Energie sparen. Konkret bedeutet das:

  • In Arbeitsräumen bei leichter und überwiegend sitzender Tätigkeit soll die Lufttemperatur bei 19 Grad liegen. Dazu fordern wir Mitarbeitende auf, die vorgegebenen Höchstwerte der Lufttemperatur selbst zu kontrollieren und anzupassen.
  • Für Sozial- und Kommunikationsräume wie zum Beispiel Bibliotheken, Räume zum Selbststudium oder Hörsäle wird eine Temperatur von bis zu 22 Grad empfohlen. Daran orientiert sich auch die TU Bergakademie Freiberg.
  • Die Gebäude der Universität werden von außen nicht beleuchtet, ausgenommen Sicherheits- und Notbeleuchtung.
  • Foyers, Flure und Treppenhäuser aber auch Lager- und Technikräume sollen möglichst nicht beheizt werden. Die Thermostate sind in diesen Räumen darum auf Frostschutz eingestellt.
  • Elektrische Durchlauferhitzer und elektrische Warmwasserspeicher, die überwiegend zum Händewaschen vorgesehen sind, werden laut der Vorgaben ausgeschaltet.
  • Das gilt nicht für zentrale Trinkwassererwärmungsanlagen, wie zum Beispiel für die Duschen im Unisport-Zentrum.

Setzt die Universität in der Energiekrise weitere kurzfristige Maßnahmen um?

Das Dezernat Bau- und Gebäudemanagement überprüft und erneuert die Heizungs-Thermostate in den Uni-Gebäuden. Schrittweise werden die Thermostate in Gemeinschaftsflächen wie Fluren, Foyers und Treppenhäusern gegen zentral einstellbare Thermostate ausgewechselt. Außerdem identifizieren die Fakultäten elektroenergieintensive Forschungsanlagen. Um einer Überlastung der Stromversorgungsnetze in Spitzenlastzeiträumen entgegen zu wirken, sind Versuchsleiterinnen und Versuchsleiter dazu aufgerufen, die Versuche möglichst in Schwachlastzeiten, zum Beispiel nachmittags ab 16 Uhr durchzuführen.

Jede und jeder kann helfen, Energie einzusparen – dazu rufen wir alle Universitätsmitglieder auf! Verwenden Sie energiesparende Elektrogeräte, nutzen Sie zentrale Drucker und Kopierer oder verdecken sie Heizkörper nicht. Verwenden Sie außerdem statt dem Aufzug doch öfter mal die Treppe und denken Sie daran, das Licht auszuschalten, wenn Sie einen Raum für längere Zeit verlassen.

Weitere Energiespartipps des Umweltbeirats der Universität

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