Gäste aus Usbekistan besuchen die TU Bergakademie Freiberg

Prof. Carsten Drebenstedt (2.v.r.) zeigt der Gruppe eine Simulation
Parallel zum Besuch des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Usbekistan hielt sich vom 23. bis 30. Mai eine usbekische Delegation an der TU Bergakademie Freiberg auf und informierte sich zu den Ausbildungskonzepten im Bereich der Geowissenschaften.

Während des Besuches des Bundespräsidenten wurde Deutschland als bevorzugter Partner Usbekistans hervorgehoben und insbesondere auf die zirka 400.000 Deutsch lernenden Usbeken verwiesen. Nodir Mastonov, derzeit Promotionsstudent am Institut für Bergbau und Spezialtiefbau der TU Bergakademie Freiberg, ist einer von ihnen.

Für Deutschland ist Usbekistan mit zirka 32 Millionen Einwohnern zum einen ein interessanter Markt und zum anderen wegen seines Rohstoffreichtums von besonderem Interesse, so die Einschätzung der deutschen Delegation. Es werden vor allem Erdgas und Kupfer abgebaut, aber auch große Mengen an Gold und Uran sowie strategische Metalle, wie Wolfram oder Molybdän.

Die usbekische Delegation des Staatlichen Bergbauinstitutes Navoi kam also zur richtigen Zeit. Navoi ist eine jüngere Stadt mit heute rund 120.000 Einwohnern im Südwesten Usbekistans und wurde erst 1958 aufgrund der großen Rohstoffvorkommen in der Region, insbesondere Erdgas, Uran, Gold, Phosphat und Baurohstoffen, neu gegründet.

Der Besuch der vierköpfigen Delegation unter Leitung des Dekans der Bergbaufakultät, Prof. Dr. Ilchom Mislibajew, hatte zum Ziel, die deutschen Erfahrungen bei der Ausbildung von Spezialisten kennen zu lernen. Von besonderem Interesse waren dabei duale Elemente wie der Erwerb praktischer Kompetenzen und die Kooperation mit der Wirtschaft. Zudem besuchte die Delegation unter anderem Labore, Technika und das Forschungs- und Lehrbergwerk. Weiterer Inhalt des Aufenthaltes in Freiberg war die intensive Beschäftigung mit den Lehrplänen sowie der Besuch zentraler Einrichtungen der Universität, wie der Universitätsbibliothek, das Sprachenzentrum und das internationale Universitätszentrum.

Die Freiberger Universität hatte einen positiv beschiedenen Antrag der Partner aus Navoi für ein internationales Projekt des Fonds für akademische Innovationen unterstützt. Im Rahmen des bis 2021 laufenden Projektes sind auch Besuche Freiberger Experten in Navoi zum weiteren Austausch und zu Gastvorlesungen vorgesehen.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, bereits relativ kurz nach der Erneuerung der Kooperationsvereinbarung zwischen unseren Hochschulen im September 2017, ein konkretes Projekt umzusetzen zu können. Dies gibt uns die Möglichkeit, die bestehenden Kontakte weiter auszubauen und neue Formen der Zusammenarbeit anzugehen. Die Ergebnisse des Besuchs des Bundespräsidenten geben uns dafür zusätzlichen Rückenwind,“ schätzt der Freiberger Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt, der die Kooperation mit Usbekistan betreut, ein.

Ansprechpartner: 
Prof. Carsten Drebenstedt, Tel.: 03731/39-3373