Freiberger Wissenschaftler hält Vortrag bei internationaler Summer School "Biomining" in Hannover

Phosphor-Gewinnung
Der Freiberger Chemiker Dr. Peter Fröhlich hielt einen Fachvortrag bei der internationalen Summer School „Biomining“ bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover.

Er informierte über den aktuellen Stand der  Phosphorrückgewinnung am Beispiel des Freiberger PARFORCE-Projekts, das sich mit der Aufbereitung von Klärschlamm beschäftigt.

Vom 14. bis 16. Mai fand für junge Wissenschaftler aus ganz Europa die „Biohydrometallurgy Summer School“ in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover statt. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs wurden Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten und wissenschaftliche Fortschritte auf dem Gebiet der chemischen Prozessentwicklung zur Biolaugung gegeben. Neben namhaften Experten aus dem In- und Ausland stellte Dr. Peter Fröhlich vom Institut für Technische Chemie der TU Bergakademie Freiberg seine Expertise auf dem Gebiet der chemischen Technologieentwicklung anhand der Phosphorrückgewinnung dar.

Der Schwerpunkt der Summer School bildeten die biohydrometallurgischen Verfahrensmethoden zur Erzaufbereitung und der Gewinnung von Wertstoffen aus wässrigen Lösungen. So werden Bakterien zur Gewinnung wertvoller Metalle wie Gold, Kupfer, Kobalt, Nickel und Zink eingesetzt. Im internationalen Fachaustausch wurden aktuelle Forschungsergebnisse der Geobiotechnologie am Beispiel des Biomining von Kupfer (Haldenbiolaugung) vorgestellt.

In seinem Vortrag stellte der Freiberger Wissenschaftler die Herausforderungen nasschemischer Verfahren bei der technischen Umsetzung des Phosphorrecyclings dar. Hohes Interesse zeigten die Jungwissenschaftler am wertstoffchemischen Ansatz, der an der TU Bergakademie geprägt wurde. Dabei werden primäre und sekundäre Rohstoffe in herkunftsunabhängigen Verfahren aufgearbeitet und daraus chemische Grundstoffe erzeugt. Damit heben sich die Grenzen zwischen Primärstoffen (Bergbau), Sekundärrohstoffen (Recycling) und Nachwachsenden Rohstoffen (Biomasse) auf. Durch ganzheitliche Produktionstechniken verschieben sich die Grenzen der Ressourcenverfügbarkeit, da nicht mehr zwischen Rohstoffen und Reststoffen unterschieden wird.

Die Veranstaltung wurde mit einem Besuch des Erzbergwerks Rammelsberg (Harz) abgeschlossen, wo die gesamte Erzaufbereitung zur Gewinnung von Buntmetallen besichtigt werden konnte.

Ansprechpartner: 
Dr. Peter Fröhlich, Telefon 03731 / 39-3663
Exkursion zum Besucherbergwerk Rammelsberg (Harz)
Radlader und Technik am Rammelsberg zum Transport des abgebauten Erzes
Flotationszellen zur Trennung der Buntmetalle
Wertstoffchemie als konsequente Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgedankens