Freiberger Wissenschaftler erforschen Speicherung von Wasserstoff

Wasserstoff als Träger grüner Energie.
Erneuerbare Energien sind für die Energieversorgung Deutschlands von steigender Bedeutung. Aber was passiert mit der überschüssigen Energie aus Photovoltaik- und Windanlagen? In der Forschungsinitiative HYPOS untersuchen Freiberger Forscher die alternative Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff.

Wenn in angebotsstarken Zeiten Strom „verschenkt“ wird beziehungsweise Windräder abgeschaltet werden müssen, können Freiberger Wissenschaftler künftig aus dem überschüssigen Strom Wasserstoff erzeugen. Mit Hilfe des Stromes können sie Wasser elektrochemisch über die Elektrolyse in Wasser- und Sauerstoff aufspalten. Der daraus entstandene Wasserstoff wiederum kann später entweder als chemischer Grundstoff für die angedachte Wasserstoff-Mobilität oder als Energieträger für die künstliche Methanerzeugung (Power to Gas) verwendet werden. 

Gespeichert werden soll der Wasserstoff in großen Mengen in künstlich geschaffenen Hohlräumen unter Tage – sogenannten Salzkavernen. Wasserstoff stellt aufgrund seiner speziellen physikalischen und chemisch-biologischen Eigenschaften besondere Anforderungen an die untertägige Speicherung. Salzkavernen bieten, infolge ihrer natürlichen Dichtheit und der Möglichkeiten einer technisch dichten Trennung zur Erdoberfläche, gute Voraussetzungen für Wasserstoffspeicherung, somit sind die Gasverluste vernachlässigbar.

Das Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau untersucht in einem Teilprojekt der vom  Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsinitiative HYPOS (Hydrogen Power Storage & Solution East Germany) das Verhalten von Wasserstoff in Salzkernen, Methoden zum Nachweis der Dichtheit sowie die Prüfung von geeigneten Werkstoffen. Aus den Ergebnissen soll später ein Leitfaden für die Speicherung von Wasserstoff in Kavernen entstehen. Für die am durchzuführenden Untersuchungen ist eine Gesamtfinanzierung von zirka einer halben Million Euro für die Dauer von drei Jahren (September 2018 bis August 2021) genehmigt worden.

„Die Projektbewilligung zeigt einmal mehr, dass die TU Freiberg für die Energiesysteme der Zukunft an technisch realisierbaren Lösungen auf nationalem und internationalem Niveau mitwirkt“, erklärt Prof. Dr. Mohd Amro, Direktor des Instituts für Bohrtechnik und Fluidbergbau.

Die HYPOS-Forschungsinitiative umfasst zehn Forschungsinstitute und Industriepartner. Insbesondere werden offene Fragen der Wasserstofftechnologie für die Themenbereiche der Werkstoffe, Speicherausrüstung, Betriebsführung, Geomechanik und Thermodynamik bearbeitet.

Weitere Informationen: http://www.hypos-eastgermany.de

Ansprechpartner: 
Prof. Mohd Amro, Telefon -2542