Freiberger Wissenschaft trifft Kunst

Das Kunstwerk "Trassen" von Olaf Holzapfel im Freiberger Historicum (c) TU Berga
Am 16. September eröffnete die TU Bergakademie Freiberg die Ausstellung „Das Gedächtnis des zukünftigen Materials“ . Fünf Künstler präsentierten ihre Werke im Kontext mit historischen Sammlungsobjekten. Die „künstlerische Forschung“ ist bis zum 21. November im kleinen Historicum zu sehen.

In ihren 250 Jahren hat die TU Bergakademie Freiberg eine Vielzahl an Objekten zusammengetragen. Zu ihrem Jubiläum wagt die Universität nun eine spannende Verbindung: Wissenschaft trifft Kunst. „Die Idee, Stücke aus den geowissenschaftlichen und technischen Sammlungen unserer Universität in den Kontext zeitgenossischer Kunst zu stellen, verdeutlicht die intensive Interaktion von Wissenschaft, Technik und Kunst“, erklärt Dr. Jörg Zaun, Kustos der TU Bergakademie Freiberg. Ausgangsobjekte für die künstlerischen Arbeiten bildeten Stücke aus den Sammlungen Mineralogie, Paläontologie, Bergbaukunde und Markscheidewesen.

Die fünf Künstler Franka Hörnschemeyer, Olaf Holzapfel, Joep van Liefland, Michael Sailstorfer und Birgit Schuh haben sich gemeinsam mit den drei Kuratoren Dr. Jörg Zaun, Elly Brose-Eiermann und Jörg Goedecke mit den Objekten auseinander gesetzt und sie anschließend in einem neuen Kontext wiederbelebt. „Die entstandenen Werke eröffnen einen neuen Blick auf unsere Sammlung. Die Stücke sind nicht mehr nur historische Zeitzeugen, sondern werden mit Hilfe der Künstler ins Hier und Jetzt transportiert“, erklärt Dr. Zaun.

So trifft der Besucher im Historicum mit seinen bergbauspezifischen Geräten und Modellen zum Beispiel auf die Diaschau „Puhlheim gräbt“ von Michael Sailstorfer, die im Sinne einer Utopie-Korrektur das vorhersagbare Reaktionsmuster gold-gräberischer Besitzlust vor Augen führt. Birgit Schuh, Gewinnerin des Dresdner Kunst- und Wissenschaftspreises 2014, spürt anhand ihres „Topografieskeletts Triangulirung“ dem Königlich-Sächsischen Triangulirungsnetz aus dem 19. Jahrhundert nach. Der holländische Künstler Joep van Liefland zeigt mit seinen Bronzegüssen der Serie „Nokia“ und dem Stapel aus bronzenen VHS-Kassetten die Unsterblichkeit der Medientechnik. Franka Hörnschemeyer nimmt mit ihrem Beitrag „Screening513“, einem variablen System aus Aluminiumverbundplatten, Bezug zu den Instrumenten der Markscheider und veranschaulicht die vielfältigen Beziehungen und Ebenen des Raumes im Raum. Und Olaf Holzapfel bezieht sich mit seinen Fachwerkskulpturen auf die historischen Bergbaumodelle der Universität.

„Die Künstler erinnern uns mit ihren Arbeiten daran, dass die historische Sammlung der Bergakademie Freiberg mehr ist als eine Ansammlung von Objekten. Ihre Werke beziehen sich jeweils auf ein spezielles Exponat und erlauben einen frischen Blick auf das vermeintlich schon Bekannte“, erklärt Elly Brose-Eiermann. 

Die Ausstellung „Das Gedächtnis des zukünftigen Materials“  steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange. Die Ausstellung ist bis 21. November 2015 immer mittwochs von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Prof. Merkel, Prorektor für Forschung an der TU Bergakademie Freiberg, begrüßte
Die Dresdner Kunsthistorikerin, Susanne Altmann, hielt ebenfalls ein Grußwort au
Die Werke der fünf Künstler im kleinen Historicum (Nonnengasse 22, 2. Etage) (c)
Die Werke der fünf Künstler im kleinen Historicum der Bergakademie Freiberg (Non
Olaf Holzapfels Werk "Häuser" (c) Jens Kugler
Birgit Schuhs Zeichnungen von Kristallmodellen (c) TU Bergakademie Freiberg
Die Kunstwerke von Joep zeigen eine Massenansammlung von Ammoniten der Gattung C
Der holländische Künstler Joep van Liefland verdeutlicht mit seinen Bronzegüssen
Birgit Schuh spürt anhand ihres „Topografieskeletts Triangulirung“ dem Königlich
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Dr. Jörg Zaun, Tel. 03731 39-3476