Freiberger sorgen für Entwässerung im Kupferbergbau in der Polarregion

Drei Personen bei Bodenanalyse
Freiberger Wissenschaftler unterstützen Entwässerungsmaßnahmen im schwedischen Kupfer-Tagebau Aitik. Derzeit befinden sich drei TU-Forscher im hohen Norden Schwedens.

Seit 2015 unterstützt die Arbeitsgruppe „Bergbauliche Wasserwirtschaft“ der Professur Bergbau-Tagebau an der Technischen Universität Freiberg, unter Leitung von Dr. Nils Hoth, hier die Entwässerungsmaßnahmen in einem der weltweit modernsten und größten Kupfer-Tagebaue. Angefangen hat alles mit einer Anfrage zur Gewinnung von Metallen aus dem Wasser des Welterbe-Bergwerkes Falun in Schweden. Dabei spielten die Freiberger Erfahrungen im Lehr- und Forschungsbergwerk „Reiche Zeche und Alte Elisabeth“ ebenso eine Rolle, wie die Ergebnisse von Forschungsarbeiten. Dadurch aufmerksam geworden, folgte eine Diplomarbeit von David Hagedorn zu Themen der Entwässerung im Tagebau Aitik der Firma Boliden. „Durch hydrogeochemische Untersuchungen an Wasserproben im Tagebauumfeld und im Tagebau können Rückschlüsse auf die Fließwege des Wassers gewonnen und Maßnahmen zur Optimierung der Entwässerung abgeleitet werden“ erläutert Dr. Hoth.

Die Anforderungen an die Beherrschung der Wasserzuflüsse im sich ständig ausdehnenden und vertiefenden Tagebau stellen im sensiblen Umfeld eine wirtschaftliche und ökologische Herausforderung dar. „In Schweden gibt es natürlich auch exzellente Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen. Aber die Kombination des Wissens zu Wasser und Bergbau sowie unsere wissenschaftlich-praktische Herangehensweise hat den schwedischen Bergbaubetreiber von Freiberg überzeugt.“ begründet Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt die langjährige erfolgreiche Kooperation.

Der Tagebau Aitik liegt nördlich des Polarkreises und liefert als Hauptprodukt jährlich ca. 200.000t Kupfer, ein Schlüsselmetall, das vor allem in der Stromwirtschaft, vom Generator im Windrad über die Stromkabel im Haushalt bis zu Schaltkreisen in Computern und Handys genutzt wird. Aitik ist ein Kupfertagebau der Boliden AB und liegt in der Nähe der nordschwedischen Stadt Gällivare. Er ist einer der größten europäischen Kupferbergwerke. Außer Kupfer werden auch Gold, Silber und Molybdän in Aitik gefördert. Der Tagebau ist 3 km lang und 1,1 km breit. Der Erzabbau in Aitik erreichte zuletzt 39 Millionen Tonnen Erz pro Jahr (2014). 

Weitere Informationen: https://www.boliden.com/operations/mines/boliden-aitik

Ansprechpartner: 
Prof. Carsten Drebenstedt, Telefon 03731/39-3373
Tagebau
Schild von Gällivare