Freiberger Professor erhält Ehrenprofessur von Kaukasus-Universität

Zwei Männer
Der Freiberger Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt erhielt Anfang Juli eine Ehrenprofessur des Nordkaukasischen Berg- und Hütten-Institut (Staatliche Technische Universität) in Wladikawkas. Zudem wurde eine engere Kooperation vereinbart.

Prof. Drebenstedt wurde anläßlich seines Projektaufenthaltes an der Universität in Wladikawkas zu einem Vortrag zur Internationalisierung von Lehre und Forschung in den Senat eingeladen. Anschließend erhielt er eine Ehrenprofessur verliehen. Er arbeitet seit rund 15 Jahren mit Wladikawkas zusammen. Das besondere Interesse der Wissenschaftler lag dabei auf der Schließung von unrentablen Erzbergwerken bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Nutzung der bis dahin angefallenen Rückstände der Aufbereitung und der Armerze. Durch die Abreicherung von Schwermetallen wie Blei und Zink aus Kippen und Rückstandsbecken können auf der einen Seite Erlöse erzielt und auf der anderen die Umweltbelastungen und –gefahren deutlich reduziert werden. Durch die Kombination von Aktivierung der Mineraloberflächen und Laugung konnten hohe Extraktionsgrade nachgewiesen werden, so z.B. auch bei Gold oder Uran aus Kraftwerksaschen. Die Kompetenzen und Erfahrungen aus der Bergbausanierung in Deutschland trafen auf großes Interesse. Es entwickelte sich ein reger Austausch, z.B. im Rahmen von Konferenzen, in deren Ergebnis u.a. gemeinsame Publikationen von Fachartikel und Büchern erschienen.

Am 5. Juli  unterzeichneten der Rektor der russischen Universität Prof. Juri Dmitrak und Prof. Carsten Drebenstedt im Auftrag der TU Bergakademie Freiberg die Vereinbarung zur Hochschulkooperation. 

GruppeBeide Universitäten arbeiten aktuell im von der Europäischen Union geförderten Projekt „MINERAL“ zusammen. Dabei werden seit 2016 vier russische und zwei vietnamesische Universitäten bei der Modernisierung und Neukonzipierung von Master- und Promotions-Studiengängen durch Universitäten in Deutschland, Italien und Österreich unterstützt. Das inhaltliche Spektrum der Studiengänge reicht dabei von Informationstechnologien über die klassische Lagerstätten-Erkundung bis zur Wirtschaftslehre. Die Projektleitung liegt bei der TU Bergakademie Freiberg. 

Vom 2. Juli bis 6. Juli haben sich die Projektpartner in der Hauptstadt der Republik Nordossetien-Alanien, Wladikawkas, getroffen und über die Vernetzung der Ausbildung ausgetauscht. In der Vorbereitung sind Vereinbarungen vom Austausch von Lehrinhalten zwischen den Partnern bis zu Doppelabschlüssen. 

Derzeit wird an der Nordkaukasischen Universität ein neuer Studiengang entwickelt, in den die Freiberger Expertise zu einem sozial- und umweltbewußten Bergbau angefragt ist. „Die Vereinbarung zwischen Freiberg und Wladikawkas eröffnet den Weg für eine verbindlichere und intensivere Zusammenarbeit“ schätzt Drebenstedt ein. „Der Kaukasus ist zum einen eine rohstoffreiche Region und es sind Auswirkungen des Bergbaus auf die Umwelt zu lösen. Auf der anderen Seite sind Herausforderungen bei der Abwehr von Naturgefahren, etwas durch Gletscher, Vulkane und Erdbeben zu bewältigen.“ 

Die Stadt liegt nahe an der Grenze zu Georgien. Sie hat über 300.00 Einwohner und ist ein Industrie- und Kulturzentrum des Nordkaukasus. Wladikawkas ist eine multikulturelle Stadt, in der Angehörige zahlreicher Nationalitäten und Religionen leben. Die größte Bevölkerungsgruppe in der Stadt bildeten die Osseten mit einem Anteil von rund 66 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Darauf folgten Russen mit 23,5 Prozent sowie Armenier und Georgier. 

Weitere Informationen:  https://tu-freiberg.de/fakultaet3/bbstb

Ansprechpartner: 
Prof. Carsten Drebenstedt, Tel 03731 / 39-3373