Freiberger Metallurgen erforschen für Exzellencluster Topoi die frühe Eisengewinnung

v.l.: Prof. Michael Meyer, Sprecher des ...
Seit Anfang des Jahres beteiligt sich die TU Bergakademie Freiberg an der Erforschung von Innovationsprozessen der frühen Eisengewinnung. Die Forschung ist Teil des Exzellenzclusters Topoi. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Exzellenzcluster und der Bergakademie unterzeichneten Rektor Prof. Bernd Meyer und Sprecher des Exzellenzclusters Prof. Michael Meyer, Direktor des Instituts für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin. Aufgrund des großen Forschungspotentials bekräftigten beide Partner, vorerst vier Jahre exemplarische Prozesse der Einführung der Verhüttungstechnologie zu untersuchen.
Unter dem Dach des Exzellenzclusters Topoi untersuchen mehrere Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen die Transformation von Wissen in der Antike. Topoi steht für "The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations" und beschäftigt sich unter anderem mit Innovationsprozessen wie der frühen Eisengewinnung in der La-Tène-Kultur. Wie Prof. Michael Meyer ausführt, baue man im Cluster auf das Know-how der Bergakademie im Bereich der Metallurgie und Werkstoffkunde. Die Erfahrungen aus angewandter Forschung erlaubten es, Prozessverläufe, Effektivität und technologische Weiterentwicklung genauer zu identifizieren und zu bewerten. Der Archäologe unterstrich, dass man an den Leistungen der Freiberger Wissenschaftler mit überaus großem Interesse partizipiere. Sie seien in der Lage, jenes herausragende Archiv prähistorischen Wissens zu erschließen, das „unscheinbare“ Eisenschlacken für Archäologen darstellten.

Dr. Bernd Lychatz vom Institut für Eisen- und Stahltechnologie, der als Projektleiter die Kooperation mit dem Exzellenzcluster TOPOI betreut, sieht darüber hinaus in der engen Partnerschaft eine Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit modernster Untersuchungsverfahren und die Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im Feld der historischen Wissenschaften unter Beweis zu stellen. Die Zusammenarbeit mit Archäologen, Biologen, Geophysikern sowie Wissenschaftlern anderer Disziplinen liefere eine große Menge an Informationen und Hypothesen. Ihre Vielfalt und Vielgestaltigkeit impliziere „eine Herausforderung für uns Ingenieure, wie wir sie im Zeitalter konkreter numerischer Daten normalerweise kaum noch antreffen“, ergänzt der Freiberger Metallurge Dr. Lychatz.
Fragen beantwortet / Contact: 
Dr.-Ing. habil. Bernd Lychatz