Freiberger Geologie-Student angelt sich einen der weltweit begehrtesten Praktikumsplätze

Fabian Fröhlich im Explorationsfeld in Finnland
Fabian Fröhlich studiert an der TU Bergakademie Freiberg Geologie im Master. Ein Praktikum soll ihm, wie zahlreichen anderen Studierenden auch, den Weg in die Wirtschaft ebnen. Seine Wahl traf auf Anglo American, einen der weltweit größten Bergbaukonzerne mit Sitz in London und Johannesburg.

Jedoch die Chance, als Praktikant in der Exploration die Firma von innen kennenzulernen, ist fast so groß wie Lotto zu spielen: „Man kann schon sagen: Es ist wie ein Sechser im Lotto. Speziell für deutsche Geologie-Studenten ist es unheimlich schwer, überhaupt an Praktikantenstellen in den multinationalen Bergbauunternehmen im englischsprachigen Ausland zu kommen – vor allem jetzt in der Rohstoffkrise. Für einen Platz im „Student Technical Experience Program“ (STEP) bewerben sich weltweit jährlich etwa 300 bis 400 Geologie-Studenten. Und die Zahl der Stellen ist begrenzt“, sagt Fabian Fröhlich. Genauer gesagt gab es dieses Jahr nur eine. Nach einer Internetbewerbung, einem Eignungstest, einem Telefoninterview und dem finalen Auswahlgespräch via Skype hat es Fabian Fröhlich geschafft und reiste im Sommer für zwei Monate nach Finnland, ungefähr 150 km nördlich des Polarkreises.

Im Rahmen einer Greenfield-Explorationskampagne nahm er im ersten Monat Gesteinsproben und analysierte sie, erklärt er: „Ich habe einen Monat mit heimischen Studenten aus Finnland und Geologen von Anglo American im Feld kartiert und damit Hinweise auf potentielle Vorkommen von Ni-Cu-PGE-Lagerstätten (Platingruppenelemente) ausgemacht. Durch die starke glaziale Überprägung der Gegend gibt es dort kaum Gesteinsaufschlüsse. Deshalb dienen zur ersten Orientierung im Feld herumliegende, in das geologische Modell passende Gesteinsblöcke, die auf mögliche Ni-Cu-PGE-Lagerstätten hindeuten. Später werden dann aus den Beobachtungen in Verknüpfung mit geophysikalischen Daten und Bohrungen konkrete Anhaltspunkte für das Auftreten einer Lagerstätte.“

Im zweiten Monat wechselte der Freiberger Geologie-Student zum Hauptprojekt von Anglo American in Finnland – dem fortgeschrittenen Explorationsprojekt der „World Class“- Sakatti-Ni-Cu-PGE Lagerstätte: „Hier konnte ich Einblicke in die Pläne der Errichtung einer potentiellen Mine bekommen, habe mehrere tausend Meter Bohrkerne auf einen speziellen Vererzungstyp hin untersucht und bin so auf mein Masterarbeitsthema gekommen.“ Ab Januar nächsten Jahres schreibt er über das Thema „Die Genese einer sulfidischen Stockwerksvererzung mit hohen PGE- und Goldgehalten“ und wird dafür auch Gesteinsproben analysieren, hier an der TU Bergakademie Freiberg.

Höhepunkt für Fabian Fröhlich war zum Ende des Praktikums ein Besuch in der Firmenzentrale in London, wo er auch Führungskräfte der Exploration getroffen hat. „Insgesamt gesehen war es eine tolle Erfahrung, die mir nicht nur fachlich unheimlich viel gebracht hat sondern auch als Person. Durch dieses Praktikum ist mein Traum wahr geworden, bei einem der weltweit größten Bergbauunternehmen schon als Student in der Exploration zu arbeiten – eine Möglichkeit, die durch die momentane Rohstoffkrise leider den meisten Studierenden verwehrt bleibt,“ schätzt Fröhlich ein. „Hier konnte ich die gesamte Dimension der Bergbauindustrie erleben: Von der Exploration über die Planung von Minen bis hin zur  Vermarktung der Rohstoffe und einhergehenden wirtschaftlichen Aspekten.“ Diese Möglichkeit könnten kleinere Bergbauunternehmen oft nicht bieten, so der Freiberger Geologiestudent.