Freiberger Absolventen erhalten Gründerstipendium für Geodatenbank

Die zwei Freiberger Studenten Paul Gabriel und Jan Gietzel sind die Gründer des Softwareentwicklungsunternehmens „GiGa Geosciences“. Das junge Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Plattform für geowissenschaftliche Daten und Modelle zu schaffen. Unterstützt wird es dabei vom Lehrstuhl für Mathematische Geologie und Geoinformatik der TU Bergakademie Freiberg und vom Gründernetzwerk SAXEED.
Seit 1. Oktober 2011 gibt es ein neues Gründungsprojekt an der TU Bergakademie Freiberg, das Teil des Förderprogramms EXIST ist. Jan Gietzel und Paul Gabriel, Absolventen des Studiengangs Geoinformatik an der Bergakademie, entwickeln unter dem Firmennamen GiGa Geosciences eine Plattform für geowissenschaftliche CAD-Daten. „Das sind Daten, mit denen komplexe Strukturen des Untergrundes modelliert und anschaulich dargestellt und überprüft werden können, um schließlich Kenntnisse über geowissenschaftliche Sachverhalte aus ihnen zu gewinnen“, sagt Jan Gietzel, der seit Oktober 2009 zusammen mit seinen Kommilitonen an dem Projekt arbeitet.

„Ein lauffähiger Prototyp ist schon vorhanden, der nun weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht werden muss“, erklärt Paul Gabriel. „Im Moment konzentrieren wir uns darauf, das Design für unsere Produktlinie zu entwickeln, am Geschäftskonzept zu feilen und Schnittstellen für unterschiedliche Datenbanksysteme zu schaffen“, so die beiden Firmengründer.

Mit dem EXIST-Gründerstipendium können die jungen Wissenschaftler nun in den nächsten Monaten auf dieses Ziel hinarbeiten. Ziel ist, ihre Plattform GST (Geosciences in Space and Time) in in- und ausländischen geologischen Diensten als zentralen Datenspeicher für landesweite und länderübergreifende Projekte zu etablieren. Auf Einladung des dänischen und grönländischen geologischen Dienstes nahmen die beiden Gründer am internationalen Workshop „3D Geological Modeling-Database-Visualization“ in Kopenhagen teil. Am 13. Dezember 2011 waren Vertreter von zehn deutschen geologischen Landesdiensten in Freiberg zu Gast, um mit ihnen über GST zu diskutieren.

Unterstützt wird das Gründungsprojekt GiGa Geosciences vom Gründernetzwerk SAXEED der TU Bergakademie Freiberg. Der Kontakt kam über die Lehrangebote des Gründernetzwerkes und den Freiberger Ideenwettbewerb zustande, den SAXEED immer im Sommersemester veranstaltet. „Wir sind immer auf der Suche nach Ideen und Forschungsprojekten, die für eine Unternehmensgründung geeignet sind“, sagt Jens Weber, Standortleiter beim Gründernetzwerk SAXEED. „Bei GiGa Geosciences hat uns überzeugt, dass die beiden Gründer Jan Gietzel und Paul Gabriel mit ihrem innovativen Prototypen eine konkrete Marktlücke bedienen und zudem bereits erste Kontakte zu potenziellen Kunden auf nationaler und internationaler Ebene bestehen. Die beiden Gründer haben damit eine ideale Basis für den Markteintritt“, so Gesine Müller, Gründerbetreuerin des Projektes GiGa Geosciences.

Als Teil des von der EU geförderten Projektes „Nano-particle products from new mineral resources in Europe – ProMine“ wurde unter der Leitung von Helmut Schaeben, Professor der Mathematischen Geologie und Geoinformatik am Institut für Geophysik und Geoinformatik der TU Bergakademie Freiberg, das Projekt „Geosciences in Space and Time“ im Mai 2009 ins Leben gerufen. Die Unternehmensgründung war im November 2011. Eine der Aufgaben des Teams, zu dem neben Prof. Schaeben auch die Freiberger Wissenschaftler Paul Gabriel, Jan Gietzel und der vietnamesische Doktorand Le Hai Ha gehören, ist der Entwurf und die Entwicklung eines Prototypen für die datenbankbasierte Speicherung von geowissenschaftlichen Daten und Modellen.

„Wir freuen uns, dass das Projekt in dieser Form durch eine Ausgründung und als Spin-Off von ProMine und ganz im Sinne von ProMine ergänzt und fortgesetzt wird. GST unterstützt die von ProMine geförderte holistische Sicht auf die Ressourcen Europas in besonderem Maße“, sagt Prof. Schaeben.

EXIST ist ein Förderprogramm des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen verbessern helfen und die Anzahl technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen erhöhen soll. Studierende, Absolventen und Wissenschaftler werden über EXIST mit finanziellen Ressourcen und gründungsrelevantem Know-how ausgestattet, um wissenschaftliche Ergebnisse zur Marktreife zu entwickeln, die Unternehmensgründung vorzubereiten und den Markteintritt zu vollziehen.

SAXEED ist das Gründernetzwerk der vier südwestsächsischen Hochschulen – der TU Bergakademie Freiberg, TU Chemnitz, der Hochschule Mittweida und der Westsächsischen Hochschule Zwickau. SAXEED unterstützt und fördert Unternehmensgründungen von Professoren, Hochschulmitarbeitern, Studierenden und Absolventen. Dazu werden Gründungsinteressierte in verschiedenen Themenfeldern qualifiziert und zur Gründung Entschlossene individuell betreut. SAXEED ist mit einem oder mehreren Mitarbeitern an allen Hochschulen im Netzwerk vertreten und bietet ein breites Spektrum an Lehrveranstaltungen sowie umfassende Betreuung im gesamten Gründungsprozess an. Das Gründernetzwerk wird dabei von starken regionalen und überregionalen Partnern unterstützt.

Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel