Fortschritte der Braunkohlengeologie und -petrologie

Gruppenbild mit Studierenden in orangen Warnwesten in einer Tongrube
Rückblick auf die 84. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft für Kohle und Organische Petrologie vom 7. bis 8. September.

Mit einer Gesamtfördermenge von etwa 171 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr 2017 ist Deutschland noch immer der größte Braunkohlenproduzent der Welt. Die politischen Rahmenbedingungen zur Gestaltung der Zukunft in den traditionsgeprägten Braunkohlenrevieren soll nun jedoch durch die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ der Bundesregierung abgesteckt werden.

Zeitgleich bahnen sich mittelfristig auch personelle Änderungen für die Arbeitsgemeinschaft an. So trat der Vorsitzende der AKOP, Herr Prof. Dr. rer. nat. habil. Norbert Volkmann, zum 01.09.2018 in den wohlverdienten Altersruhestand. Seine Aufgabe wird es nun sein, die Leitung der Arbeitsgemeinschaft im Laufe der kommenden Jahre in die Hände der nächsten Generation zu übergeben.

Vor diesem gegenwärtigen Spannungsfeld zwischen politischen Diskussionen und anstehenden Personalien, war es daher Anliegen der 84. AKOP-Sitzung, den aktuellen Status Quo der geowissenschaftlichen Methoden zur Bewertung von Braunkohlen sowie verwandter Schwesterdisziplinen (insbesondere Paläobotanik, Geophysik, Kohlenchemie) vorzustellen und deren Aussagemöglichkeiten anhand wirtschaftsnaher, anwendungsorientierter und wissenschaftlicher Forschungs- und Arbeitsergebnisse näher zu beleuchten.

Die Exkursion in das Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier verdeutlichte darüber hinaus einerseits die montanwirtschaftliche Historie, zeigte aber auch deren Strahlkraft als potenzieller Wegweiser für die Zukunft der Braunkohlenindustrie in Deutschland auf. Auf diesem Wege war es Anliegen der AKOP, das Bewusstsein für bzw. das Wissen um die Vielfältigkeit sowohl hinsichtlich der Rohstoffbeschaffenheit als auch des stofflichen Nutzungspotenzials jenseits der energetischen Verfeuerung stärken und durch ein vielfältiges Tagungsprogramm einen Beitrag zur Aus- und Weiterbildung engagierter Rohstoffgeologen für die Braunkohlensparte leisten.

Alle Vorträge, der Exkursionsführer sowie zusätzliche Beiträge sind im Tagungsband (H. Gerschel & C. Niemz [Hrsg.]: Fortschritte der Braunkohlengeologie und -petrologie. – Freiberger Forschungsheft, C 554, 261 Seiten, 192 Abb., 18 Tab.; Freiberg 2018, ISBN: 978-3-86012-589-2) enthalten. Dessen Erstellung wurde durch den Freistaat Sachsen, vertreten durch das Sächsische Oberbergamt, finanziell unterstützt, wofür wir unseren herzlichen Dank aussprechen wollen.

Für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Exkursion danken wir der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) mBH, der Firma SIBELCO Deutschland GmbH, dem Bergbaumuseum Deuben sowie dem Literaturkreis Novalis e. V. in Weißenfels.

Ansprechpartner: 
Dr. Henny Gerschel, Tel.: 03731 39-3099