Forschung für verantwortungsvollen Bergbau - sicher und sauber

Laborszene
Die TU Bergakademie entwickelt eine neue umweltfreundliche Technologie der Rohstoffgewinnung mittels Hochdruckwasserstrahl.

„An der TU Bergakademie Freiberg wird an der Sicherung der Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft geforscht. Dazu gehört unstrittig die Versorgung mit Energie und Rohstoffen. Sicherheit und Umweltschutz sind dabei prioritäre Ziele.“ ordnet Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt die Bedeutung eines aktuellen, von der EU geförderten Forschungsvorhabens ein.

Dabei geht es um eine neuartige Technologie der Rohstoffgewinnung mittels Hochdruckwasserstrahl. Der Zugang zum Rohstoffkörper erfolgt über eine Bohrung. Diese gewährleitet auch die Förderung des gewonnenen Rohstoffs an die Tageoberfläche. Nach dem Abbau des Rohstoffs kann der hergestellte Hohlraum wieder verfüllt werden. Der Eingriff an der Tagesoberfläche ist minimal. Niemand muss nach unter Tage. Gefahren für die Bergleute durch Gase oder Einstürzen von Böschungen oder Grubenbaue sind ausgeschlossen. Das Wasser wird im Kreislauf geführt.

Die Forschungsarbeiten werden zusammen mit polnischen Experten durchgeführt. Interessenbekundungen für das neue Verfahren liegen bereits aus der Tschechischen Republik, Kanada, China, Rußland oder der Mongolei vor. Das Verfahren kann für den Abbau verschiedener Rohstoffe genutzt werde. Erste Erfahrungen liegen z.B. für Uran, Phosphat und Kohle vor.

An der TU Bergakademie Freiberg wird der Transport des zerkleinerten Materials aus der geschnittenen Kaverne über das Bohrloch an die Tagesoberfläche untersucht. Zur Überprüfung der entwickelten Algorithmen zur Dimensionierung der Förderanlage wird in Freiberg ein Versuchsstand aufgebaut. Die Arbeiten laufen bereits und sollen im Februar 2019 abgeschlossen sein. Dann beginnen die Experimente. Ziel ist es, durch die Variation von Parametern, wie sie in der Praxis auftreten können, die Betriebszustände, die Leistung und die Kosten der Anlage abzuschätzen. Noch 2019 soll auf Basis der Ergebnisse im Versuchsbergwerk im polnischen Katowice, der erste Pilotversuch mit einem Prototypen der neuartigen Anlage starten.

Auf dem Projekttreffen am 9. Januar wurden die Details der neuen Technologie vorgestellt, die Wechselwirkungen entlang der Prozesskette abgestimmt und die nächsten Arbeitsschritte festgelegt.

Weitere Informationen: https://tu-freiberg.de/fakult3/bbstb/tagebau

Ansprechpartner: 
Prof. Carsten Drebenstedt, Telefon 0371 / 39-3373