Forschung 4.0 – Daten besser vernetzen und nachnutzen

Eine Hand auf einem interaktiven Display steuert verschiedene Statistiken
Egal ob Wissenschaftler/in, Doktorand/in oder Studierende – Sie alle sind mindestens einmal in der Forschung tätig. Doch wohin mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Daten? An einer Antwort arbeitet der Verbund zur nationalen Forschungsdateninfrastruktur, zu dem auch die TU Freiberg gehört.

Um neue Materialien zu entwickeln, ihre Eigenschaften zu charakterisieren sowie deren Herstellung und Lebensdauer zu optimieren, sind Kenntnisse aus verschiedensten Fächern wie der Physik, der Chemie, der Mechanik oder der Elektrotechnik nötig. Das ist mit einer enormen Datenmenge in unterschiedlichen Formaten verbunden.

Diese zu vereinheitlichen, zu digitalisieren und intelligent miteinander zu verknüpfen hat sich das Konsortium NFDI4MSE (Nationale Forschungsdateninfrastruktur - Materials Science and Engineering) zur Aufgabe gemacht. „Wir wollen ganzen Forschungsgruppen, einzelnen Wissenschaftlern und Doktoranden neue Werkzeuge an die Hand geben, mit dem sie auf Forschungsdaten aus den verschiedensten Bereichen der Materialwissenschaft und -technik in digitalisierter, vereinheitlichter und gebündelter Form zugreifen können“, erklärt Prof. Dr. Stefan Sandfeld von der TU Bergakademie Freiberg.

Gemeinsam mit 23 Partnern aus Wissenschaft und Forschung arbeitet er an der Umsetzung einer digitalen Plattform für die MSE community. „Diese schont nicht nur Ressourcen, sondern ermöglicht auch gänzlich neue kombinatorische Forschungsansätze und Synergien angrenzender Fachbereiche, die ähnlich der ‚Industrie 4.0‘ die Wissenschaft revolutionieren können“, ergänzt Prof. Sandfeld.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Chris Eberl vom Fraunhofer IWM vertrat er das Konsortium bei der ersten Konferenz zur Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) vom 13. bis 14. Mai in Bonn. Die NFDI wurde von Bund und Ländern mittels der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) ins Leben gerufen, um die digitale Transformation in der Wissenschaft voranzutreiben. Dazu werden Bund und Länder bis 2028 jährlich bis zu 90 Millionen Euro bereitstellen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG übernimmt dabei die Koordinierung des Antragsprozesses und die Evaluation der antragstellenden Konsortien.

Mehr Informationen zum Konsortium NFDI4MSE:https://www.nfdi4mse.de/

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Stefan Sandfeld, Tel.: +49 3731 39-4138