Feuerwehr-App für Thüringen kommt: Universität und TMIK unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Richard Weinhold vom Institut für Informatik zeigt die App auf einem Tablet. Fot
Mit dem am 27. Januar unterzeichneten Kooperationsvertrag zwischen dem Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales und der TU Bergakademie Freiberg legt Thüringen die Grundlage für die Einführung der von Freiberger InformatikerInnen entwickelten Feuerwehr-App.

Die App soll eine Weiterentwicklung der bereits seit 2015 in Sachsen zum Einsatz kommenden Version sein. „Durch die Einführung der Feuerwehr-App und der Beschaffung der erforderlichen Tablets, gelingt ein erster großer Schritt zur Digitalisierung der Feuerwehren in Thüringen. Die App hat sich in Sachsen bereits bewährt und wird nun auf Thüringer Verhältnisse zugeschnitten. Sie wird, und das freut mich besonders, das Einsatzgeschehen sicherer machen“, betont Innenminister Georg Maier.

Mit der App können die Thüringer Feuerwehren, auf in den Einsatzfahrzeugen mitgeführten Endgeräten, unter anderem auf Rettungsdatenblätter von verunfallten PKWs zugreifen. Sie warnen vor Gefahrenpunkten und zeigen die Schnittstellen bei der Rettung aus verformten Karosserien. Eine besondere Bedeutung kommt der App beim Umgang mit Elektroautos zu, da die Akkus besondere Gefahren für Rettungskräfte bedeuten.

Darüber hinaus werden weitere Funktionen in die App integriert. So soll es möglich sein, bei Unfällen mit Gefahrstoffen die entsprechenden Informationen aus einer Datenbank aufzurufen, um passende Gefahrenabwehrmaßnahmen einzuleiten. Dies soll in Sekundenschnelle, über das Fotografieren der Gefahrstofftafeln an den Fahrzeugen, ermöglicht werden. Zusätzlich sollen auf einer digitalen Karte Hydranten und Feuerwehrpläne aufgerufen werden können. Entsprechend den örtlichen Bedürfnissen, sollen auch Forstrettungskarten zur Waldbrandbekämpfung oder die Rettungspläne der Deutschen Bahn integriert werden.

Die TU Freiberg hat bereits durch die erfolgreiche Entwicklung, Einführung und den Betrieb der App im Freistaat Sachsen bewiesen, dass sie ein starker und zuverlässiger Partner ist. „Ob im Ingenieurbereich, in den Natur- und Geowissenschaften oder in Technik und Wirtschaft – Unsere WissenschaftlerInnen betreiben Spitzenforschung auf höchstem Niveau. Um das Potential unserer neu entwickelten Technologien und Verfahren voll auszuschöpfen, ist ein erfolgreicher Technologie- und Wissenstransfer essentiell. Das zeigt sich einmal mehr bei der eigens an der TU Bergakademie Freiberg entwickelten Feuerwehr-App. Wir freuen uns, dass nun nach Sachsen auch Thüringen gemeinsam mit unserer Anwendung den Brand- und Katastrophenschutz digital verstärkt“, erklärt Rektor Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht.

Mit der Kooperationsvereinbarung wird die Finanzierung der Anpassung und Erweiterung der App an den Freistaat Thüringen, die Nutzerkontenverwaltung für alle Thüringer Feuerwehren und Ortsteilfeuerwehren und ein dauerhafter IT-Support festgeschrieben. Die Entwicklung der App soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. Zu Beginn des Jahres 2022 erfolgt der flächendeckende Rollout. Dafür ist die Beschaffung von 1750 Tablets vorgesehen und im Haushalt verankert. Die Tablet-Computer sollen dann mitsamt der fertigen App an jede Ortsteilfeuerwehr in Thüringen ausgegeben werden.

Fragen zu diesem Thema beantwortet: 
Prof. Konrad Froitzheim (frz@informatik.tu-freiberg.de) & Ilka John (ilka.john@ tmik.thueringen.de)
Innenminister Georg Maier vor einem Bildschirm bei einer Videokonferenz
Der Rektor unterzeichnet einen Vertrag