Feuerfestforum: TU Freiberg vergibt Theodor-Haase-Preis für herausragende Abschlussarbeit

Gruppenbild mit dem Preisträger des Theodor-Haase-Preises
Zum Feuerfestforum der TU Freiberg am 11. Dezember tauschten sich über 110 Teilnehmer/innen aus Wissenschaft, Industrie und Fachverbänden über die neuesten Entwicklungen feuerfester Materialien aus. Die beste Diplomarbeit zur Feuerfest-Forschung wurde zudem mit dem Theodor-Haase-Preis ausgezeichnet.

Ein wichtiges Anliegen des Freiberger Feuerfestforums ist der ständige Dialog zwischen Vertretern der Wissenschaft und der Industrie für eine kontinuierliche Weiterentwicklung feuerfester Materialien, um aktuellen Herausforderungen, wie steigende Anforderungen der Endanwender oder Auflagen zu einer nachhaltigkeitsorientierten Wirtschaft, zu begegnen. Ebenso versteht sich das Feuerfestforum als wichtige Plattform zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dazu stiftet der Verein „MORE – Meeting of Refractory Experts Freiberg e.V.“ jährlich den Theodor-Haase-Preis und zeichnet damit hervorragende Master- bzw. Diplomarbeiten auf dem Gebiet der „Feuerfest – Hochtemperaturanwendungen“ aus und erinnert an den Freiberger Wissenschaftler Theodor Haase und sein Engagement für die Ausbildung von Silikattechnikern. Diesjähriger Preisträger ist Dirk Endler von der TU Bergakademie Freiberg.

Seine Diplomarbeit entstand im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 920 und beschäftigt sich mit einem neuartigen Filter für reinere Aluminiumschmelzen. Dabei wird mit Hilfe elektrischer Felder eine spezielle Struktur auf die Filter aufgetragen. „Die Arbeit zeigt einmal mehr, wie intensiv unsere Studierenden in die Forschung eingebunden sind und bereits während ihrer Ausbildung an der TU Freiberg an der Entwicklung innovativer, funktionaler Feuerfestbauteile beteiligt sind“, erklärt Prof. Dr. Christos G. Aneziris von der TU Bergakademie Freiberg, unter dessen Betreuung die Arbeit entstand.

Feuerfeste Werkstoffe werden unter anderem in der Eisen- und Stahlindustrie, in Aggregaten der keramischen Industrie, der Zement- und Kalkindustrie, der Glasindustrie, der Nichteisen-Metallindustrie, der Chemie- und Erdölindustrie, der Energiewirtschaft sowie in Abfallentsorgungsanlagen angewendet. Die Werkstoffe müssen belastbar, effizient und hochmodern sei. Gleichzeitig nehmen die Forderungen nach umwelt- und ressourcenschonenden Verfahren zu. Herausforderungen, denen sich die TU Bergakademie Freiberg stellt. Beim 10.Feuerfestforum diskutierten die Freiberger Experten mit nationalen und internationalen Vertretern Wissenschaft, Industrie und Fachverbänden.

So berichtete Prof. Dr. Helge Jansen, Geschäftsführer der Refratechnik Steel GmbH, Düsseldorf, beispielsweise über Hochtemperaturisoliermaterialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Dr. Dietmar Bramhoff von der TRIMET Aluminium SE, Essen stellte aktuelle Feuerfestwerkstoffe für Aluminiumschmelzöfen vor. Ondřej Jankovský, Associate Professor an der University of Chemistry and Technology Prague in Tschechien und ehemaliger Humboldt-Stipendiat an der TU Bergakademie Freiberg, zeigte Ergebnisse aus seiner Arbeit zu kohlenstoffbasierten Hochtemperaturwerkstoffen und Tony Wetzig vom Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik der TU Bergakademie Freiberg gab einen Einblick in die Forschungsarbeiten des Sonderforschungsbereichs (SFB) 920 zur Entwicklung keramischer Filter für die Stahlschmelzefiltration.

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Christos G. Aneziris, Tel.: 03731 39-2608
Blick ins Auditorium und Grußwort des Rektors
Teilnehmer/innen des 10. Freiberger Feuerfestforums diskutieren während der Post