Fahrzeuge der Zukunft im Blick der Wissenschaft

Der 61. BHT in der Alten Mensa.
Mit einer Plenarveranstaltung in der Alten Mensa wurde am 10. Juni 2010 das Freiberger Forschungsforum: 61. Berg- und Hüttenmännischer Tag (BHT) in der Alten Mensa eröffnet.

Gastredner Dr. Horst Friedrich vom DLR in Stuttgart hielt den Vortrag "Fahrzeuge der Zukunft und Anforderungen an die Werkstoffe"

Prof. Rudolf Kawalla, amtierender Rektor der TU Bergakademie Freiberg begrüßte zu diesem Höhepunkt im akademischen Jahr über 600 Wissenschaftler und Industrievertreter. Rund ein Drittel davon kommt aus weltweit 23 Ländern. Das diesjährige Forschungsforum steht unter dem Motto "Ressourcen für Mobilität". Bis zum 11. Juni finden auf dem Campus sechs Fachkolloquien zu Zukunftsthemen wie Wasser, Boden und Rohstoffe statt sowie das 5. Freiberg - St. Petersburger Kolloquium junger Wissenschaftler. Das Agricola-Kolloquium am Freitag, das allen Interessenten offen steht, beschäftigt sich mit der Geschichte von Studienbedingungen und Bildungsreformen.

"Unser Ziel ist es, mit dieser traditionellen Veranstaltung die innovativen Leistungen der Wissenschaftler der TU Bergakademie in ausgewählten Forschungsgebieten zu präsentieren und im Kontakt mit Praxispartnern zu diskutieren. Erstmals findet im Rahmen des BHT eine dreitägige Leittagung statt", berichtet Prof. Kawalla. Die 4. internationale Konferenz Magnetismus und Metallurgie WMM '10 vereint 150 Teilnehmer aus 22 Ländern, darunter ein Großteil von Vertretern aus der Industrie. Das WMM-Forum wird abwechselnd an der Universität Gent und der TU Freiberg veranstaltet.

Den Höhepunkt der Plenartagung bildete der Vortrag des renommierten Wissenschaftlers und Forschers Prof. Dr.-Ing. Horst E. Friedrich, Leiter des Instituts für Fahrzeugkonzepte im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart. Er nahm das Auditorium auf eine Reise mit: Wie sehen Fahrzeuge der Zukunft aus und welche Anforderungen werden an die Werkstoffe gestellt? Am Stuttgarter Institut werden Fahrzeugkonzepte entwickelt und in Simulationsmodellen Bedingungen, die Einfluss auf den Bau haben, erfasst. Das beginnt bei der Abhängigkeit von Rohstoffen und Energie, geht über die Antriebstechnologien wie Batterien, Brennstoffzelle oder Benzin/Diesel, Sicherheit und das Verhältnis Modell-Kundenwünsche bis zu den Fahrzeugteilen. Daraus werden Szenarien entwickelt, die in Form einer Grafik interpretiert werden. Für das Jahr 2030 stellt der Redner beispielsweise folgendes Szenario vor: alternative Fahrzeuge steigen mengenmäßig an, Benzinautos konvertieren zu Hybridmodellen, Elektroautos sind nur für kleinere Modelle vorgesehen.

Eine wichtige Rolle bei der Konzeption von Fahrzeugen spielen noch die Werkstoffe, da sie Bauweise, Architektur und Sicherheit der Fahrzeuge wesentlich beeinflussen. Deshalb wird bereits beim Fahrzeugkonzept die individuelle Materialauswahl berücksichtigt. Als neuer Werkstoff hat sich das Magnesium bewährt. Prof. Friedrich verwies in diesem Zusammenhang auf die erfolgreichen Forschungen zur Magnesiumtechnologie an der TU Bergakademie Freiberg. Das Thema Material und Fahrzeug greift übrigens auch das Kolloquium "Materials Design - Neue Werkstoffe für den Maschinen- und Fahrzeugbau - TRIP-MatrixComposite" auf.

Fotos von Lutz Weidler

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Prof. Rudolf Kawalla