Fachlicher Austausch mit dem Sonderforschungsbereich der RWTH Aachen

Personen v.l.: Dipl.-Ing. Andreas Jahn ...
Der Sonderforschungsbereich (SFB) "TRIP-Matrix-Composite" der TU Bergakademie Freiberg war kürzlich Gastgeber eines gemeinsamen Kolloquiums mit Kollegen des SFB 761 "Stahl - ab initio" der RWTH Aachen. Die Veranstaltung diente der Präsentation von Forschungsergebnissen sowie dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch.
Etwa 30 Wissenschaftler und Doktoranden des Sonderforschungsbereichs (SFB) 761 "Stahl - ab initio" waren im Rahmen einer Forschungsreise zu Gast an der TU Bergakademie Freiberg. Die Veranstaltung diente der gemeinsamen Präsentation und dem fachlichen Austausch. So stellten Doktoranden und Teilprojektleiter aus Freiberg und Aachen beispielsweise ihre Ziele und bisherigen Forschungsergebnisse vor. Beide Sonderforschungsbereiche beschäftigen sich mit der Aufklärung und Beschreibung von Mechanismen, die die Festigkeit und Verformbarkeit moderner Stähle bestimmen. Während in Aachen hochlegierte Manganstähle im Mittelpunkt stehen, geht es bei den Freiberger Wissenschaftlern um die Herstellung neuartiger Verbundwerkstoffe aus Stahl und Keramik und deren Eigenschaften.

Der Aachener SFB "Stahl - ab initio: Quantenmechanisch geführtes Design neuer Eisenbasiswerkstoffe" zielt insbesondere auf die Entwicklung einer methodischen Vorgehensweise zur Werkstoff- und Prozessentwicklung. Es sollen Modelle erarbeitet werden, die mit einer hinreichenden Prognosegüte Eigenschaften und das Verhalten von Werkstoffen vorhersagen können. Dazu nutzen die Wissenschaftler der RWTH Aachen so genannte „ab initio-Rechnungen“ („ab initio“ lat. „von Anfang an“). Sie basieren auf theoretischen Annahmen über grundlegende Eigenschaften von Molekülen und Festkörpern und erlauben theoriegeleitete Vorhersagen, wie sich beispielsweise Atome von Legierungselementen in einem Stahlwerkstoff anordnen und so die Eigenschaften des Stahls beeinflussen.

Ziel des SFB 799 der TU Freiberg ist die Entwicklung einer neuen Generation von Verbundwerkstoffen aus Stahl und Keramik. Dazu entwickeln Freiberger Wissenschaftler verschiedene Herstellungsrouten. Unter anderem erproben sie die Infiltration keramischer Körper mit flüssigem Stahl. Ein eigener Teilbereich des SFB widmet sich dabei der Simulation von Strömungs- und Erstarrungsvorgängen oder der Modellierung von Grenzflächen zwischen Stahl und Keramik, um Aussagen über das Versagens- und Verformungsverhalten der neuen Verbundwerkstoffe treffen zu können. Damit ergaben sich mehrere Schnittstellen zwischen beiden Sonderforschungsbereichen, die Anlass für einen angeregten Austausch und die Diskussion neuer Forschungsfragen lieferten.

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Dr. Anja Geigenmüller