Expedition auf den Spuren der TU Bergakademie in Südamerika

Friedrich Hanzsch und Matti Seifert vor dem Berg Cerro Rico
Seit 16. November 2015 touren zwei Studenten der TU Bergakademie Freiberg als Botschafter der Universität mit ihren Motorrädern für ein halbes Jahr durch Südamerika. Start- und Endpunkt ihrer Expedition ist Santiago de Chile. Von dort ging es zunächst zum südlichsten Punkt Südamerikas, Feuerland.

Nach einem Stopp in Buenos Aires haben sie die bolivianische Partner-Universität Autónoma Tomas Frías in Potosí besucht. Mit einem Blog halten sie die Daheimgebliebenen auf dem Laufenden.

Friedrich Hanzsch (links) und Matti Seifert mit ihren Motorrädern auf einem Highway in Patagonien  © Friedrich Hanzsch/ Matti SeifertMehrere Tausend Kilometer haben Friedrich Hanzsch, 27 und BWL-Student, sowie Matti Seifert, 25 und ebenfalls BWL-Student, bis jetzt zurückgelegt und unterschiedliche Landschaften, Menschen und Mentalitäten kennengelernt. In ihrem Blog berichten sie unter anderem von ihren Erlebnissen in Patagonien, Merkwürdigkeiten beim Grenzübertritt von Chile nach Argentinien und Benzinknappheit als Auswirkung der anhaltenden argentinischen Wirtschaftskrise. Trotz eines Straßenraubes in Buenos Aires, bei dem den beiden Abenteurern unter anderem Handys, Fotos und Laptop gestohlen wurden, haben sie nun Potosí in Bolivien erreicht.

Matti Seifert (links) und Friedrich Hanzsch stellen an der Universität Autónoma Tomas Frías in Potosí während eines Vortrags die TU Bergakademie Freiberg vor.  © Friedrich Hanisch/ Matti SeifertAls Botschafter der TU Bergakademie Freiberg stellten sie im Rahmen eines Vortrags die heimische Universität mit ihrer Geschichte und den heutigen Profilen vor. „Die TU Bergakademie genießt hier einen außerordentlich guten Ruf und ist auch jedem hier ein Begriff, denn mit der starken Kooperation wurde hier erst eine montanwissenschaftliche Fakultät aufgebaut. Besonders verwiesen wurde auf die starke Kooperation in den 70er Jahren“, berichtet Friedrich Hanzsch.

Der Vizerektor der bolivianischen Universität unterstützte die beiden Freiberger Studenten dabei, im Universitätsarchiv mehr über Fürchtegott Leberecht Freiherr von Nordenflycht (1752–1815) zu erfahren.

Fürchtegott Leberecht Freiherr von Nordenflycht war deutscher Bergbau-Ingenieur und studierte ab 1778 an der Bergakademie Freiberg. Nachdem er einige Jahre als Geheimer Bergrat und Hüttenrektor in der Nähe von Krakau wirkte, stellte er im Auftrag der spanischen Krone eine Expedition zusammen, die die Produktivität von Silberbergwerken in Peru steigern sollte. Von Buenos Aires reisten Nordenflycht und seine Expedition 1788 bis nach Hoch-Peru, dem heutigen Bolivien. Dort konstruierten sie nicht nur Hüttenanlagen. In Lima richtete der ehemalige Freiberger Student ein mineralogisches Laboratorium ein, in dem Erzproben analysiert wurden. Dieses Labor gilt als Keimzelle für eine spätere Bergbauschule. Im Herbst 1802 lernte Nordenflycht Alexander von Humboldt kennen, der ebenfalls an der Bergakademie Freiberg studierte. In Südamerika gilt Nordenflycht als ein bekannter Geologe, der sich um den Bergbau und die Bergbau-Ausbildung verdient gemacht hat.

„Wir haben ein paar Unterlagen gefunden, auf die in der sonst verfügbaren Literatur noch kein Bezug genommen wurde. Die Auswertung der Akten wird allerdings erst nach unserer Rückkehr in Freiberg erfolgen“, sagt Friedrich Hanzsch.

Auch ein Silberbergwerk besuchten die beiden Abenteurer: „Als Freiberger Studenten konnten wir es uns nicht entgehen lassen, die Silberminen zu besichtigen. Die Kumpel müssen zum großen Teil ohne schweres Gerät auskommen und die Arbeitsbedingungen ähneln jenen von vor 100 bis 150 Jahren.“

Von nun an geht es mit den Motorrädern entlang der „Nordenflycht-Route“ nach La Paz und Huancavelica, einer Minenstadt, in der die Expedition ebenfalls gewirkt hatte. Anschließend werden Matti Seifert und Friedrich Hanzsch die Pontificia Universidad Católica del Perú in Lima besuchen. Hier hatte Nordenflycht ein Laboratorium eingerichtet. Auch an dieser Universität werden die Beiden in einem Vortrag die TU Bergakademie Freiberg vorstellen.

Wie sich die Abenteurer und ihre Motorräder an die Luft in Höhe von 4000 Metern gewöhnen, darüber werden sie in ihrem Blog berichten.

Link zum Blog:

http://twoguysonekap.de

Weitere Informationen:

http://tu-freiberg.de/presse/studenten-der-tu-bergakademie-freiberg-auf-motorrad-expedition-durch-suedamerika