EU-Projekt zur Vorhersage von Extremwetter im Klimawandel

Auto auf überschwemmter Straße.
Ein neues EU-Projekt „Climate Advanced Forecasting of Extremes“ (C.A.F.E.) will untersuchen, wie der regionale Klimawandel zukünftiges Wetter beeinflusst. Besonders interessant sind dabei Extremwetterlagen wie Stürme, Hagelschlag, Dürre oder sintflutartige Niederschläge.

Das Interdisziplinäre Ökologische Zentrum (IÖZ) der TU Bergakademie Freiberg erhielt das Doktoranden-Ausbildungsprojekt, Innovative Training-Network “C.A.F.E.“,  im Rahmen des EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“. Das Rahmenprogramm schreibt Forschungsthemen zu gesellschaftlichen Herausforderungen aus. Hier geht es unter anderem um Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, aber auch um die Entwicklung von Systemen für die umfassende und kontinuierliche globale Umweltüberwachung und von entsprechenden Informationssystemen.

Ende Mai erhielt die TU Bergakademie Freiberg die Förderzusage. 20 Institutionen sind an dem internationalen Konsortium beteiligt (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Uruguay), zu dem unter anderem das Europäische Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, die München Rückversicherung und der Französische Meteorologische Dienst gehören. 

„Heute ist die Wettervorhersage für die nächsten zwei Wochen so gut wie vor 50 Jahren die Vorhersage des nächsten Tages“, erläutert Prof. Jörg Matschullat, der Direktor des IÖZ. „Aktuell wird daran gearbeitet, diese Vorhersage auf vier bis acht Wochen auszudehnen. Wir wollen deutlich weiter in die Zukunft schauen und konzentrieren uns auf das wahrscheinliche Auftreten meteorologischer Extremereignisse und deren Eigenschaften bis zum Ende des Jahrhunderts.“ Im Rahmen des Konsortiums werden dazu Erfahrungen der Vergangenheit mit dem physikalischen Verständnis dieser Phänomene verknüpft und über verschiedene Modellansätze und Wahrscheinlichkeitsrechnungen hochgerechnet.

Die Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen „Innovative Training Networks (ITN)“, zu denen das EU-Projekt gehört, bieten Finanzierungen einer strukturierten Doktorandenausbildung für bis zu vier Jahren an. Die TU Bergakademie ist neben der Ausbildung von eigenen Doktoranden, die aus dem Topf bezahlt werden, auch für Teile der Ausbildung aller zunächst 14 Doktoranden des C.A.F.E. Programms verantwortlich. Fachleute der Freiberger Graduierten- und Forschungsakademie unterstützen spezielle Kurse und Sommerschulen. Das Projekt mit einem Volumen von mehr als 3 Millionen Euro hat eine Laufzeit von knapp 4 Jahren und wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres starten.

Das Freiberger Institut hat bereits mit den durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekten EmTal und REGKLAM Forschungserfahrungen zum regionalen Klimawandel gesammelt. Hierbei steht die Entwicklung von Anpassungsstrategien an die klimatischen Veränderungen in der Modellregion Dresden im Vordergrund. 

Weitere Informationen: https://tu-freiberg.de/ioez

Ansprechpartner: 
Prof. Jörg Matschullat, Telefon 03731 / 39-3399