Erstes Schülerlabor für Werkstoffwissenschaften eröffnet

Ein bundesweit einmaliges Schülerlabor für Werkstoffwissenschaften öffnete am 22. Februar 2006 an der TU Bergakademie Freiberg nach einer erfolgreichen Testphase seine Türen. „Das neue Labor weckt nicht nur bei Schülern das Interesse an Ingenieurwissenschaften, es ist auch ein Ort der Talentsuche“, hob Staatssekretär Hansjörg König vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus auf der Festveranstaltung hervor und versprach, solche Projekt auch in anderen Regionen anzuschieben.
Im neuen Schülerlabor werden Gymnasiasten ab der 8. Klasse an werkstofforientierte Themen, basierend auf naturwissenschaftlichen Lehrinhalten, herangeführt. Die Werkstoffwissenschaft eignet sich hierfür besonders, da in diesem Fachgebiet interdisziplinär Physik, Mathematik, Chemie und Technik/Technologie vereint sind.

Im Haus Metallkunde auf dem Freiberger Campus stehen ab sofort zwei Schülerlabore und ein Seminarraum für Gruppen bis 20 Teilnehmern zur Verfügung. Die Schüler können an Anlagen zur Schliffpräparation, an einem Mikroskop und an einer Universalprüfmaschine praxisnah und fächerübergreifend unter den Überschriften „Reise ins Innere der Werkstoffe“ und „Eigenschaften der Werkstoffe“ an Metallen und Kunststoffen experimentieren und Aufgaben von Schülerwettbewerben oder besonderen Lernleistungen lösen.

Ins Leben gerufen hat das Labor „Science meets School – Werkstoffe & Technologien in Freiberg“, Horst Biermann, Professor für Werkstofftechnik. Für das einmalige Profil ist das Freiberger Projekt im Jahr 2005 durch „Lernort Labor“, eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Initiative des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel, im Rahmen eines Wettbewerbs mit einem Förderpreis von 25.000 Euro ausgezeichnet worden. Zudem unterstützt die Robert-Bosch-Stiftung das Vorhaben im Rahmen ihres Programms NaT-Working mit 40.000 Euro.

Mit dem Projekt werden deutschlandweit erstmals werkstofforientierte Fragestellungen in den Fokus eines Schülerlabors gestellt. Dies ist auf der einen Seite nahe liegend, da Werkstoffe sowohl das tägliche Leben als auch die Innovationsfähigkeit der Industrie prägen. Auf der anderen Seite gibt es bisher unter den bundesweit rund 170 Schülerlaboren nur etwa 20 Prozent für das Fachgebiet der Ingenieurwissenschaften, dabei keines, das sich auf das Werkstoffgebiet spezialisiert.

In der Testphase besuchten bereits 22 Schüler der achten Klasse des Freiberger Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit ihrem Fachlehrer für Naturwissenschaften das Schülerlabor.
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Prof. Dr. Horst Biermann