Erster Roboter kommt unter Tage zum Einsatz

Der Roboter „Innok Heros“ auf der Reichen Zeche (c) Innok Robotics
Ein mobiler Serviceroboter steht bereit, um künftig im Forschungs- und Lehrbergwerk erste Messungen und 3D-Kartierungen vorzunehmen.

Im Rahmen des Projekts „Mining-RoX“ soll der Roboter exakte 3D-Kartierungen von Bergwerken erstellen und die Umgebungsbedingungen wie Luft- und Wasserqualität autonom erfassen. Sie bieten ein zuverlässiges Monitoring, das die Arbeitssicherheit verbessert und die Kosten reduziert.

„Wenn die Bedingungen zu extrem und gefährlich werden, werden Roboter irgendwann alles übernehmen und anstelle der Menschen dort unten arbeiten“, sagt der Leiter des Forschungsprojekts „Mining-RoX“, Prof. Bernhard Jung vom Institut für Informatik der TU Bergakademie Freiberg. Der Roboter heißt „Innok Heros“ und wurde vom Startup-Unternehmens Innok Robotics in Münchsried im Landkreis Regensburg entwickelt und gebaut. In gerade einmal zehn Wochen haben die Ingenieure den mobilen Roboter für die extremen Bedingungen unter Tage gefertigt. „Das Fahrzeug muss autark in bis zu 150 Metern Tiefe funktionieren. Neben extremer Luftfeuchte muss er Hindernissen ausweichen oder überwinden können“, betont Prof. Bernhard Jung.

„Das war unsere größte Herausforderung. Unter Tage herrscht eine extreme Luftfeuchtigkeit, es tropft Wasser von der Decke und auch Säuren bilden sich dort. Dagegen muss der Roboter standhalten“, erklärt Diplom-Ingenieur für Ingenieurinformatik Alwin Heerklotz, Geschäftsführer von Innok Robotics. Eine spezielle Schutzschicht an der Oberfläche des Roboters sorgt dafür, dass die sich unter Tage bildenden Säuren nicht ins Innere gelangen. Um Steigungen oder Gleise überwinden zu können, ist der Roboter mit vier Antriebsmotoren mit einer Leistung von insgesamt 1600 Watt und einer Antriebskraft von bis zu 2150 Newton ausgestattet. Das Fahrzeug ist einen Meter lang, 70 Zentimeter breit und gut 90 Zentimeter hoch.

Im Mining-RoX-Projekt sollen mobile Roboter bei der exakten 3D-Vermessung von Bergwerken helfen. Die so gewonnenen Daten können dann beispielsweise in realitätsnahe 3D-Simulationen zur Bewetterung einfließen, die ihrerseits zur Entwicklung von flexiblen Bewetterungsteuerungen beitragen. Die Roboter sollen auch die Umgebungsbedingungen überwachen und so zur Sicherheit des Bergbaupersonals in der Grube beitragen.

Das Projekt ist Teil einer landesweiten Forschungsinitiative „Robots in saXony (RoX)“, durch welche das Thema Robotik im Freistaat gestärkt werden soll. Der Standort Freiberg bietet dafür einzigartige Voraussetzungen: Als Entwicklungs- und Erprobungsumgebung für das Projekt dient das Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ der TU Bergakademie Freiberg. Vor knapp 100 Jahren gegründet ist dieses bis heute europaweit das einzige Forschungs- und Lehrbergwerk an einer Universität.

 

 

Prof. Bernhard Jung


Professur Virtuelle Realität und Mulitmedia

 

Telefon 03731-393837
jungattu-freiberg [dot] de