Erste Professorin an der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau berufen

Prof. Irina Engelhardt © privat
Zu Beginn des Wintersemesters 2015/16 trat Prof. Irina Engelhardt die Professur für „Hydrogeologie und Hydrochemie“ ihren Dienst an der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau an und ist damit die erste ordentlich berufene Professorin seit Gründung der Bergakademie vor 250 Jahren.

Prof. Dr. habil. Irina Engelhardt wurde in Hannover geboren. Nach einer Ausbildung zur Bauzeichnerin studierte sie an den Universitäten Hannover und Halle (Saale) Geologie mit den Vertiefungen Hydrogeologie, Ingenieurgeologie und Bodenkunde. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit dem Thema konkurrierender Nutzung zwischen Bergbau, Grundwasser und Naturschutz und erhielt dafür den Preis der Stiftung Steine-Erden-Bergbau und Umwelt der TU Bergakademie Freiberg. Im Anschluss an ihr Studiuem promovierte sie am Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen zu experimentellen Untersuchungen und inverser Modellierung thermo-hydraulischer Prozesse in geotechnischen Barrieren. Nach fünf Jahren Consultingtätigkeit im Bereich Geothermie, Endlagerung und Hydrogeologie wechselte sie an die TU Darmstadt, wo sie sich mit arider Hydrogeologie, Prozessen des reaktiven Stofftransports und deren Modellierung beschäftigte. Seit 2012 arbeitete sie als Wissenschaftlerin am Forschungszentrum Jülich und befasste sich mit numerischer Modellierung und der experimentellen Analyse von Strömungs- und Stofftransportprozessen im Boden und Grundwasser. Im Dezember 2014 schloss sie ihre Habilitation an der TU Darmstadt im Fach Hydrogeologie ab.

„Die Hydrogeologie ist ein wichtiges Kerngebiet der Geowissenschaften an der TU Bergakademie Freiberg und mit zahlreichen Professuren an anderen Fakultäten vernetzt,“ schätzt der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Carsten Drebenstedt, die Bedeutung des Fachgebietes ein. Wasser ist sowohl als Lebensmittel als auch in vielen technischen Prozessen unentbehrlich. Wassermengen und Wassergüte müssen deshalb nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Professorin möchte sich für eine praxisnahe Ausbildung und die Initiierung interdisziplinärer Forschungsverbünde im In- und Ausland engagieren.

Prof. Irina Engelhardt publizierte erfolgreich in ihren Fachgebieten des reaktiven Stofftransports und der ariden Hydrogeologie in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften und ist über ihre zahlreichen Verbindungen zum LBL, Berkeley, UCR, Riverside und CSIRO, Perth, in der Hydrogeologie international etabliert. Ihr Wissen bringt sie nun an der Freiberger Universität ein. Im Fokus ihrer künftigen Arbeit stehen Untersuchungsmethoden zur  Wiederverwertung von Abwässern, zur Anreicherung von Grundwasser, zur Bewässerung und zur Uferfiltration.