Erneuerbare Energien aus der Erde: Geothermie-Anlagen mit Grubenwasser sollen optimiert werden

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Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg nutzen Grubenwasser von Bergwerken für die Wärmegewinnung. Derzeit wird nach besseren Materialien für die Wärmeüberträger geforscht.

Bei einem Workshop am 4. April in der Alten Mensa in Freiberg stehen Erfahrungen mit Geothermieanlagen in Sachsen im Mittelpunkt. Derzeit untersucht (betreut) der TU-Lehrstuhl für Technische Thermodynamik fünf Modellanlagen im Großraum Freiberg, darunter das Kreiskrankenhaus, die Uni-Gebäude auf dem Gelände des Forschungs- und Lehrbergwerks „Reiche Zeche“, das Schloss Freudenstein sowie das Besucherbergwerk und die Oberschule im benachbarten Ehrenfriedersdorf.

Dies geschieht im Rahmen des deutsch-tschechischen Kooperationsprojektes „VODAMIN II, Gefährdungs- und Nutzungspotenzial von Bergbauwässern zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Gewässerschutzes in Nordböhmen und im Erzgebirge im Einzugsgebiet Elbe“, das von Juni 2017 bis Mai 2020 läuft.  VODAMIN II beschäftigt sich als Nachfolgeprojekt von VODAMIN („Voda“ = Wasser, „Min“ = Mine) mit Materialien für die wärmetechnische Nachnutzung von Grubenwasser. „Wir haben für den Workshop sogar mehrere Anmeldungen aus dem Ruhrgebiet, da man hier ebenfalls die Grubenwasser von stillgelegten Steinkohle-Zechen nutzen will“, erläutert Projektkoordinator Dr. Thomas Grab. An die Materialien werden hohe Anforderungen gestellt, da die Wärmeüberträger durch das Grubenwasser schnell verschmutzen. Hier wollen die Freiberger Wissenschaftler ansetzen und mit Laborversuchen und Tests in realen Anlagen leistungsfähigere Oberflächen entwickeln und untersuchen.

Zu diesem Zweck wird eine Versuchsanlage für den realitätsgetreuen Test von Wärmeüberträgermaterialien entwickelt. Diese soll mobil an unterschiedlichen Grubenwasserstandorten einsetzbar sein und die Untersuchung von „Vodamin II“ fortführen. Zusätzlich soll der Versuchsstand als Demonstrationsanlage und Anschauungsobjekt für die Wärmepumpentechnik verwendet werden. Dies geschieht im Rahmen des sächsisch-tschechischen Ergänzungsprojektes „GeoMAP“, das die Europäische Union mit ca. 830 000 Euro unterstützt. Hierbei werden die Folgen des Bergbaus und mögliche Nachnutzungen exemplarisch im sächsischen Revier Lugau/Oelsnitz sowie im tschechischen Most untersucht. Der Lehrstuhl für Technische Thermodynamik sowie das Institut für Geotechnik der TU Bergakademie Freiberg arbeitet dazu mit dem sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der tschechischen TU Ostrava zusammen. 

Zu GeoMAP findet am 28. Juni in Freiberg eine Konferenz zur 3D-Darstellung von ehemaligen Bergbaulandschaften statt. Sie trägt den Titel „Anwendung innovativer computergestützter Methoden zur 3D-Untergrunddarstellung sowie Simulations- und Prognosemodelle zu bergbaulichen Senkungsprozessen und Hebungen bei Grundwasserwiederanstieg“. 

Weitere Informationen: https://geothermie.iwtt.tu-freiberg.de/geomap.html 

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Ansprechpartner: 
Dr.-Ing. Thomas Grab und M.Sc. Sebastian Pose, Tel 03731/39-3004
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