Ehrensenatorwürde der TU Bergakademie Freiberg wurde erstmals aus weiblicher Hand vergeben

Die Prorektorin für Bildung, Prof. Dr. ...
Im Rahmen der Festveranstaltung zum Jubiläum „20 Jahre Fakultät für Wirtschaftswissenschaften“ der TU Bergakademie Freiberg gab es am 27. Juni gleich zwei Höhepunkte zu feiern. Zum einen wurde Prof. Dr. Ralf Reichwald, dem Gründungsdekan der Fakultät, für seine beachtenswerten Verdienste die Ehrensenatorwürde der TU Bergakademie Freiberg verliehen. Erstmals in der Geschichte der Bergakademie wurde die Übergabe der zu dieser Auszeichnung gehörenden Ehrensenator-Kette diesmal aber von weiblicher Hand vorgenommen, nämlich von der Prorektorin für Bildung, Prof. Dr. Silvia Rogler. Anschließend wurde Prof. Dr. Horst Brezinski für sein langjähriges außerordentliches Engagement für die Belange der Fakultät mit der Universitätsmedaille der TU Bergakademie ausgezeichnet.
In Vertretung von Rektor Prof. Bernd Meyer beglückwünschte zunächst der Kanzler der Bergakademie, Dr. Andreas Handschuh, beide Professoren. Er dankte ihnen für ihre tatkräftige langjährige Arbeit, welche die Fakultät zu einem untrennbaren Bestandteil der Bergakademie werden ließ.

In seiner Dankesrede schilderte Prof. Reichwald den sich zunächst schwierig gestaltenden Weg von der Entwicklung eines Gründungskonzepts im Jahr 1993 bis hin zur Errichtung einer grundständigen wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der TU Bergakademie und der Entwicklung hin zu ihrer heutigen Stellung. Die Einrichtung eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiengangs, der 1993 zunächst als Aufbaustudium für Ingenieure angeboten wurde, betonte er wiederholt als unbedingt notwendig, stärken doch die Wirtschaftswissenschaften einerseits die Bergakademie im Wettbewerb mit vergleichbaren Universitäten, bekräftigen andererseits aber auch Freiberg als Wirtschaftsstandort. Eine gut funktionierende wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, betonte Prof. Reichwald, ist essentiell für eine ganzheitlich funktionierende technische Universität, denn auch die Ingenieurswissenschaften brauchen tiefe Wirtschaftskenntnisse. Wichtig ist dabei die ganzheitliche Verzahnung zwischen den einzelnen Studiengängen, die sich über die gesamte Studiendauer erstrecken soll und an der Bergakademie in dieser Form realisiert wird.

Auch Prof. Brezinski ging auf diesen Zusammenhang in seiner Rede „Meine Zeit an der TU Bergakademie Freiberg“ ein und unterstrich den „unverwechselbaren Charakter“, den die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Bergakademie heute noch verleiht. Prof. Brezinski war seit 1992 an der Bergakademie als Professor für Volkswirtschaftslehre tätig, übernahm 1994 das Amt des Dekans und prägte in dieser Zeit maßgeblich die neue Struktur und Ausrichtung der Fakultät. Sein Wirken in zahlreichen Gremien, Gesellschaften und Vereinigungen hat wesentlich dazu beigetragen, die TU Bergakademie Freiberg in der Wissenschaftslandschaft bekannt zu machen und durch Kooperationen mit zahlreichen Universitäten in der ganzen Welt auch im internationalen Bereich zu verankern. Prof. Brezinski geht der Bergakademie jedoch trotz seiner Emeritierung seit April dieses Jahres nicht verloren. Er wird weiterhin als Schatzmeister und Vorstandsmitglied im Verein Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg e.V. tätig sein.

Grußworte kamen auch von der Alumna Prof. Dr. Anja Geigenmüller, ehemalige Studentin an der Fakultät und jetzt Professorin an der TU Ilmenau, von Tobias Eichhorn als Vertreter des Fachschaftsrates der Fakultät sowie vom Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Carsten Felden. Prof. Felden zeigte in seiner Rede noch einmal auf, dass mit der 1713 durch Hans Carl von Carlowitz in Freiberg geprägten Idee der Nachhaltigkeit die Wirtschaftswissenschaften über ihr 20-jähriges Jubiläum hinaus bereits Tradition an der Bergakademie haben. Der Nachhaltigkeitsgedanke habe schließlich ebenfalls einen ökonomischen Charakter und markierte schon vor 300 Jahren die Bedeutung der Verbindung von Technologie und Ökonomie. Er betonte dabei, dass die Grundständigkeit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften notwendig ist, um den Anforderungen universitärer Lehre und Forschung, und dabei insbesondere der Bearbeitung der zentralen Themen der Bergakademie, gerecht zu werden. Eine Verengung, eine Beschränkung kann auch nicht das Ziel sächsischer Bildungspolitik sein.

Der Festvortrag von Prof. Dr. Christian Homburg, Ehrendoktor der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, schloss die Veranstaltung ab. Er sprach zum Thema „Die Weiterentwicklung der BWL aus nationaler und internationaler Sicht – Konsequenzen für technischen Universitäten“, bekräftigte darin noch einmal die Stellung der Wirtschaftswissenschaften innerhalb einer Technischen Universität und unterstrich die kritischen Töne von Prof. Felden.
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Nicole Walther-Uhlig