Ehrenkolloquium für Metallkunde-Professor Fritz Günther

Prof. i. R. Heinrich Oettel sprach auf ...
100 Jahre wäre Prof. Fritz Günther am 3. Oktober 2012 geworden. Er war der Inhaber des Lehrstuhls für Physikalische Metallkunde und ein Wegbereiter der heutigen Werkstoffwissenschaft an der TU Bergakademie Freiberg.Die Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie veranstaltete anlässlich dieses Ereignisses am 14. Dezember 2012 ein Ehrenkolloquium für Prof. Günther. In seiner Begrüßung hob Prof. Horst Biermann, der amtierende Dekan der Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie, die große Bedeutung des Schaffens Prof. Fritz Günthers für die Entwicklung der Fakultät hervor.
Auf dem Kolloquium sprach Prof. Heinrich Oettel über den Werdegang seines akademischen Lehrers Prof. Günther. Weitere Redner waren Prof. i. R. Eberhard Buhrig (Professur für Halbleiter- und Reinststoffe), Prof. Maja Krumnacker, die 1978 als außerordentliche Professorin berufen wurde und damit die erste weibliche Professorin der TU Bergakademie Freiberg ist. Fachvorträge zu Schwerpunktthemen Prof. Günthers hielten Dr. Stefan Eichler von der Firma Freiberger Compound Materials und Prof. David Rafaja.

Zunächst studierte Fritz Günther an der Universität Leipzig Physik. Im Alter von 28 Jahren legte er seine Dissertationsschrift „Über die Bestimmung der elastischen Konstanten von Einzelkristallen mittels Röntgenstrahlen“ vor.
Nach fünfjähriger Tätigkeit am Leipziger Institut für Röntgenologische Roh- und Werkstoffprüfung trat er 1945 auf Betreiben des damaligen Rektors Friedrich Regler in das Röntgeninstitut der Bergakademie ein, das unmittelbar nach Kriegsende eine drastische Demontage erlitten hatte. Dank seines außerordentlichen persönlichen Einsatzes gelang es ihm in den vom Mangel geprägten Nachkriegsjahren eine allen Ansprüchen gerecht werdende Röntgenabteilung einschließlich einer ambulanten Röntgenstation aufzubauen.1956 habilitierte er sich und wurde zum Professor für Röntgenkunde und zerstörungsfreie Werkstoffprüfung berufen.
1960 erhielt er eine Professur für Werkstoffkunde an der noch jungen Technischen Hochschule für Chemie in Merseburg, an der er das Institut für Werkstoffkunde und Mechanische Technologie aufbaute. 1964 erhielt er dafür die Verdienstmedaille der DDR. 1966 kehrte er als Professor für Metallkunde und Direktor des Institutes für Metallkunde und Materialprüfung zurück an die Bergakademie Freiberg, wo er den Ausbau der metallkundlichen Lehre zu einer Materialwissenschaft vorantrieb.

Prof. Günther verfügte über ein breit gefächertes Fachwissen auf den Gebieten der Röntgenografie, Kristallographie und Kristallphysik, Materialkunde und zerstörungsfreien Materialprüfung. Er wirkte erfolgreich als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Intersektionellen Forschungsgemeinschaft Halbleiter, wo er Naturwissenschaftler und Ingenieure der verschiedensten Fachichtungen zusammen brachte. Die wichtigste Aufgabe eines Hochschullehrers bestand für ihn in der Ausbildung des akademischen Nachwuchses. Prof. Günther wurde 1978 emeritiert. Er verstarb am 15. Januar 2005 in seinem Geburtsort Leipzig.

Fragen beantwortet / Contact: 
Fakultät für Werkstoffwissenschaft und W