Digitalisierung in den Geowissenschaften – Neue ESF-Nachwuchsforschergruppe entwickelt Standards

Eine Menschengruppe mit Steinen und Proben in den Händen
Im Projekt entwickeln internationale Nachwuchswissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen Standards für die Digitalisierung geowissenschaftlicher Objekte und testen diese mithilfe mathematischer Algorithmen. Finanziert wird das Vorhaben über drei Jahre mit einer Millionen Euro aus ESF-Mitteln.

Fernziel und Vision ist der Aufbau eines Sächsischen Geo-Digitalisierungszentrums, in dem geowissenschaftliche Informationen generiert, gebündelt, verwaltet und dauerhaft gespeichert werden. Um eine möglichst große Bandbreite der Objekte und Digitalisierungstechniken zu gewährleisten, haben die Wissenschaftler zunächst vier unterschiedliche Objektgruppen  (Erze, Bau- und Dekorationsgesteine, Bohrkerne und Fossilien) ausgewählt. Für diese Objekte definieren die Freiberger Experten Digitalisierungsstandards und testen deren Umsetzung mit Hilfe spezieller mathematischer Modelle.

Wie für viele Forschungsvorhaben an der TU Bergakademie Freiberg ist auch in diesem Projekt die interdiziplinäre Zusammenarbeit der Schlüssel zum Erfolg. In dem ESF-Projekt sind insgesamt vier Institute (Institut für Angewandte Analysis; Institut für Geologie; Institut für Markscheidewesen und Geodäsie; Institut für Mineralogie) sowie die Professur für Internationales Management und Unternehmensstrategie aus drei Fakultäten (Mathematik und Informatik; Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau; Wirtschaftswissenschaften) beteiligt.

Jeder Bereich trägt einen wichtigen Teil zur erfolgreichen Umsetzung bei. So befassen sich die Freiberger Mathematiker beispielsweise mit Methoden der digitalen Mustererkennung, aber auch mit Prinzipien der Aufbereitung, Verarbeitung und Speicherung der digitalen Daten. Und im betriebswirtschaftlich angelegten Teilprojekt erstellen die Wirtschaftswissenschaftler Bedarfs- und Marktstudien erstellt.

Die Forschergruppe wird betreut von Prof. Dr. Jörg Benndorf, Prof. Dr. Swanhild Bernstein, Prof. Dr. Gerhard Heide, Prof. Dr. Thomas Seifert, Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollerheim, Prof. Dr. Thomas Wotte.

Hintergrund:

Die Digitalisierung von Kulturgut ist zurzeit Gegenstand von Programmen des BMBF (eHeritage, Die Sprache der Objekte) und der DFG. Die Komplexität geowissenschaftlicher Objekte erfordert hingegen andere Standards und Technologien. In den Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU konnten in den letzten Jahren DFG-, BMBF- und landesfinanziert umfangreiche Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt werden, die auch in zwei Workshops des diesjährigen BHT - Freiberger Universitätsforums öffentlich präsentiert wurden. Interesse besteht bereits bei Vertretern der Wirtschaft, der Verwaltung, Kultureinrichtungen und der Wissenschaft auf nationaler und internationaler Ebene.

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Gerhard Heide, Tel.: 03731-39-2665