Die industrielle Energiewende in Deutschland mitgestalten – gemeinsam, nachhaltig und klimaneutral!

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Anzügen beim Gießen
Die Realisierung weltweit geforderter Klimaziele braucht eine deutliche Verminderung der CO2-Emissionen, insbesondere für energieintensive Branchen mit einem hohen Verbrauch fossiler Energieträger. Wie das gemeistert werden kann, ist Thema des 2. Freiberger Kongresses zur Energiewende am 6. Mai.

Unter dem diesjährigen Themenschwerpunkt "Der Industriestandort Deutschland - Möglichkeiten und Auswirkungen der Energiewende" beleuchten und diskutieren über 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sowie Studierende auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse einerseits die technischen Möglichkeiten, aber auch die finanziellen und strukturellen Auswirkungen der Energiewende für den Industriestandort Deutschland.

„Die Energiewende ist nicht nur eine Frage des Klima- und Umweltschutzes, sondern auch eine maßgebliche und gesamtgesellschaftliche Frage der Wettbewerbsfähigkeit für den Industriestandort Deutschland. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine führt uns gerade einmal mehr auf besonders schmerzliche Weise vor Augen, wie stark die Industriestaaten Europas und insbesondere Deutschland von Energieimporten abhängig sind. Vor diesem Hintergrund bin ich überzeugt, dass es die Herausforderung der Stunde und des nächsten Jahrzehnts ist, eine erfolgreiche Energiewende mit einer erfolgreichen Industriepolitik in Einklang zu bringen. Der 2. Freiberger Kongress zur Energiewende kann für die Bewältigung dieser Herausforderung wichtige Impulse geben, denn er bringt Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen“, erklärt Rektor Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht.

Transformation bisheriger Produktionsverfahren notwendig

Dekarbonisierung, Treibhausgasneutralität aber auch Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit – Das sind Ziele der industriellen Energiewende bis 2045. Um den Klimazielen gerecht zu werden, ist eine Transformation herkömmlicher Produktionsverfahren notwendig. Vor allem für energieintensive Branchen ist der schrittweise Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien beziehungsweise klimaneutrale Alternativen eine große Herausforderung, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden muss. Inwiefern das leistbar ist, zeigen auch  Ansätze von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Bergakademie Freiberg. „Die TU Bergakademie Freiberg und der Wissenschaftsstandort Freiberg haben hier durchaus eine Vorreiterrolle und begleiten die aktuellen Transformationsprozesse hin zur Energie- und Rohstoffwende mit einer exzellenten Grundlagenforschung und angewandten Forschung“, erklärt Prof. Georg Unland, der den Freiberger Kongress zur Energiewende maßgeblich mit organisiert.

Am Institut für Eisen- und Stahltechnologie (IEST) der TU Bergakademie Freiberg erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise geeignete Lösungen hin zu einem emissionsneutralen Stahl – einem in nahezu allen Wirtschaftssektoren essentiellen Werkstoff. Die deutsche Stahlindustrie ist für rund 30 Prozent der CO2-Emissionen im Industriesektor verantwortlich (Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl). Pro Tonne Stahl werden 1,54 Tonnen CO2 in einem integrierten Hüttenwerk erzeugt. Die Freiberger Wissenschaftler/innen arbeiten daher an CO2-neutralen, regenerativen Alternativen zur Stahlherstellung. Dabei wird Kohlenstoff durch Wasserstoff, Biogas oder andere "grüne" Gase ersetzt. Weitere Informationen zum Verfahren stellt Prof. Olena Volkova vom IEST bei der Konferenz vor.

Umsetzung braucht ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs

Wenn die Energiewende gelingen soll, braucht es neben guten Ideen und exzellenter Forschung vor allem junge Ingenieurinnen und Ingenieure, die diese auch in Zukunft umsetzen und den Wandel selbst mitgestalten. „Daher ist es umso wichtiger, die nachfolgenden Generationen für ein Studium im MINT-Bereich zu motivieren. Hier erlernen sie all das nötige Handwerkszeug, um das Leben auf der Erde nachhaltiger, klimafreundlicher und ressourcenschonender gestalten zu können“, so Rektor Prof. Barbknecht. „Daher freuen wir uns umso mehr, dass auch Studierende am Freiberger-Kongresses zur Energiewende teilnehmen und den Austausch mit Expertinnen und Experten verschiedener Universitäten, Forschungseinrichtungen und Organisationen zu möglichen Energiewendeszenarien suchen“, so der Rektor.

An der TU Bergakademie Freiberg können wissbegierige und umweltbewusste Studieninteressierte aus über 70 verschiedenen Studiengängen wählen. Diese reichen von Engineering und Werkstoffen für die Mobilität über Nanotechnologie und Chemie sowie Additive Fertigung bis hin zur Geoökologie oder Energie- und Ressourcenwirtschaft.

Hintergrund: Forum Energiewende e.V.

Der Verein Forum Energiewende e.V. an der TU Bergakademie Freiberg setzt sich mit den Themen der Energiewende auseinander und fördert den Austausch von fundierten Erkenntnissen. Sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen, Organisationen und wissenschaftliche Institutionen können den Forum Energiewende e.V. als Mitglied unterstützen. In diesem Jahr organisierte der Verein zum zweiten Mal den Freiberger Kongress zur Energiewende.

Mehr Informationen zum Freiberger Kongress zur Energiewende

Fragen beantwortet / Contact: 
Forum Energiewende e.V. (E-Mail: f.energiewende@tu-freiberg.de)