Deutsch-Mongolische Hochschule eröffnet

von links Prof. Bast, Frau Polanski (GMIT), Frau Shinebayar (GIZ), Frau de Barro
Am 4. September 2014 wurde in Nalaikh bei Ulan Bator das German-Mongolian Institute of Resources and Technology offiziell eingeweiht. Freiberger Wissenschaftler liefern Wissen und Knowhow.

In Zukunft werden dort Fachkräfte für den Rohstoffsektor und die verarbeitende Industrie in der Mongolei ausgebildet. Unterstützung erhält das Vorhaben von deutschen Experten, die neben anderen deutschen Hochschulen auch von der TU Bergakademie Freiberg kommen.

Das Projekt Deutsch-Mongolische Hochschule wurde bei einem Treffen des mongolischen Staatpräsidenten Tsakhiagiin Elbegdorj und der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen der Rohstoffpartnerschaft beider Länder 2011 ins Leben gerufen. „Ziel der GMIT ist es, eine neue Qualität der Ausbildung mit dem Anspruch führender, internationaler Standards in der Mongolei zu etablieren; der Entwicklung des Landes folgend auf dem Gebiet der Rohstofftechnik. Theorie und Praxis sowie Lehre und Forschung sollen verbunden werden, was für mongolische Hochschulen nicht üblich ist“, resümiert Prof. Carsten Drebenstedt, Dekan der Fakultät für Geowissenshaften, Geotechnik und Bergbau der TU Bergakademie Freiberg.

Die Freiberger Universität hat in dem Projekt im Auftrag des DAAD die Fachkoordination übernommen. Das Projekt selbst läuft unter Verantwortung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Mit Shinebayar Chimidtseren, Absolventin der TU Bergakademie Freiberg, unterstützt die GIZ vor Ort die Umsetzung der Aufgaben und kann dabei auf langjährige Erfahrungen im Mongolischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft zurückgreifen. Im Kern geht es dabei um die Entwicklung der Lehrpläne, die Auswahl und Ausbildung der Lehrenden sowie die Ausstattung der Hochschule mit Laboren und Lehrmaterial sowie mit Literatur. Eine umfangreiche Buchspende, für die sich Prof. Jürgen Bast von der TU Bergakademie Freiberg eingesetzt hatte, erreicht die Bibliothek noch rechtzeitig vor der Eröffnung des ersten Studienjahres.

Prof. Drebenstedt war insbesondere davon überrascht, dass die mongolische Regierung der Gruppe um die Universitäten Aachen und Darmstadt sowie der Fachhochschule Bochum freie Hand bei der inhaltlichen und infrastrukturellen Planung gelassen hat. „So konnten wir Inhalte angehen und schnell umsetzten, was wir nicht einmal in Deutschland geschafft hätten“, so Prof. Drebenstedt weiter. Gestartet wird an der Hochschule mit drei englischsprachigen, achtsemestrigen Bachelor-Studiengängen: Mineral Resources Engineering, Mechanical Engineering und Environmental Engineering. Neben Englisch wird auch Deutschunterricht gegeben. Verantwortlich für Sprache und Didaktik am GMIT ist seit kurzem die ehemalige Direktorin des Internationalen Universitätszentrums (IUZ) der TU Bergakademie Freiberg, Katja Polanski.

Christine de Barros Said vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) würdigte seitens des Auftraggebers von deutscher Seite den zügigen Verlauf des Aufbaus der Hochschule, der beispiellos sei. Ihr liegt das Projekt persönlich ganz besonders am Herzen, da ihr Vater in Freiberg studiert hat. Bereits im September 2013 wurde die erste Kohorte mit 40 Studenten zum Vorbereitungsjahr eingeschrieben. 20 von Ihnen haben nun das Studium begonnen. Der Unterricht findet auf einem von der Bergbaugesellschaft Oyu Tolgoi finanzierten, modernen Campus statt, die neben dem Lehrgebäude ein Wohnheim einschließt.

Mit der Überreichung einer Skulptur der „Heiligen Barbara“, der Schutzpatronin der Bergleute in Deutschland, an Dorjederem Nyamjav, den Rektor der GMIT, verband Prof. Drebenstedt die Wünsche für einen erfolgreichen Aufbau und eine prosperierende Entwicklung der binationalen Hochschule und seiner Absolventen.

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