Der größte Haüyn-Kristall der Welt zieht in das Freiberger KRÜGERHAUS

Der Kustos der Geowissenschaftlichen ...
Er ist nicht größer als eine Walnuss und doch eine Sensation: der weltgrößte Haüyn-Kristall, der Anfang Oktober 2012 in der Eifel gefunden wurde, kommt in den Besitz der TU Bergakademie Freiberg. Normalerweise erreichen diese Kristalle nur Umfänge von wenigen Millimetern. Mineralienforscher und -sammler bezeichnen das Exemplar deswegen als ein wissenschaftliches Wunder. Ab Freitag, dem 1. Februar, stellt die Bergakademie den himmel- bis schlumpfblauen Edelstein in der Schatzkammer des KRÜGERHAUSES aus.
„Vor etwa 13.000 Jahren brach ein Vulkan unter dem Laacher See in der Eifel, eine der größten vulkanischen Regionen Deutschlands, zum letzten Mal aus“, erklärt Mineraloge und Kustos der Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg, Andreas Massanek. „Dabei hat er auch einen Haüyn-Kristall ausgespuckt, der deutlich größer ist als alle bislang entdeckten Exemplare.“ Das etwa 3,2 Zentimeter lange Stück, das sich aus Magma gebildet hat, fand am 5. Oktober 2012, also genau an dem Tag der Einweihung des KRÜGERHAUSES, ein Hobbysammler. Anfang Dezember präsentierte der 74-Jährige den Kristall, der zum „Stein des Jahres“ gewählt wurde, auf der Mineralienmesse Hamburg, der viertgrößten Messe dieser Art auf der Welt, zum ersten Mal.

Nun nimmt den Kristall die Ressourcenuniversität in ihre Ausstellung „Mineralogische Sammlung Deutschland“ im Freiberger KRÜGERHAUS auf. „Mit dem Haüyn konnten wir einen weiteren Erfolg verzeichnen, durch privates Engagement in Freiberg eine Sammlung von nationalem Charakter aufzubauen“, erläutert Anna Dziwetzki, Leiterin des KRÜGERHAUSES. „Unser Konzept beruht darauf, die schönsten Minerale aus ganz Deutschland an einem Ort zu bündeln. Den Grundstock dafür bilden die Pohl-Ströher-Mineralienstiftung und die Mineralogische Sammlung der TU Bergakademie Freiberg. Unser Ziel ist es aber vor allem, private Leihgeber zu animieren, hier ihre prachtvollsten Stücke zu präsentieren.“

Der Kristall habe eine komplexe chemische Zusammensetzung und bestehe aus den Elementen Aluminium, Calcium, Chlor, Natrium, Silicium, Sauerstoff und Schwefel, erklärt Andreas Massanek. Haüyne wurden bislang in verschiedenen Farben gefunden. Am häufigsten sei jedoch das einzigartige, tiefe Blau. „Der Haüyn kommt ausschließlich in Vulkangesteinen vor. Bei explosiven Ausbrüchen wird das Mineral neben typischen Gesteinen wie Tuff, Bims, Schlacke oder vulkanischer Asche aus der Tiefe der Erdkruste an die Oberfläche transportiert“, beschreibt der Mineraloge. Den ungewöhnlichen Namen erhielt der Haüyn von seinem Entdecker, Tønnes Christian Bruun-Neergaard, der das Kristall im Jahr 1807 erstmals am Monte Somma, einem Vorgängervulkan des berühmten Vesuvs bei Neapel, fand. Der schwedische Forscher benannte den Kristall nach dem französischen Mineralogen und Mitbegründer der Kristallographie René-Just Haüy (1743-1822).

Die Ausstellung „Mineralogische Sammlung Deutschland“ ist Donnerstags und Freitags von 9 bis 17 Uhr sowie an Wochenend- und Feiertagen von 9 bis 18 Uhr im Freiberger KRÜGERHAUS auf dem Schlossplatz 3 geöffnet. Informationen zu Eintrittspreisen und Führungen erteilt die Infotheke der terra mineralia unter fuehrungenatterra-mineralia [dot] de oder 03731 / 39 4654.

Ansprechpartner: 
Anna Dziwetzki