Den Gründern der Bergakademie auf der Spur

Enthüllung der Gedenktafel am Busch´schen Haus, Burgstraße 24. Von links: Kanzle
Gemeinsam mit den Altrektoren StMin. Prof. Georg Unland, Prof. Dietrich Stoyan, Prof. Ernst Schlegel und Rektor Prof. Klaus-Dieter Barbknecht gingen über 30 Honoratioren der Universität, der Stadt Freiberg und Freunde der Alma Mater Fribergensis am 13. November auf den Spuren der Universitätsgründer

„Unser Weg ist angelehnt an die Route der Reisegesellschaft um Prinzregent Xaver am 12. und 13. November 1765. Der seinerzeitige Administrator des Kurfürstentums Sachsen und Mitgründer der Bergakademie besuchte Freiberg auf den heutigen Tag genau vor 250 Jahren“, erklärte Altrektor Prof. Dietrich Stoyan. Die damalige Reise hatte folgenden Hintergrund: Sachsen brauchte nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) dringend Geld. Potentiell wichtige Quellen hierfür waren der Bergbau und das Hüttenwesen, die nur durch eine fundierte Ausbildung ihrer Beamten leistungsfähiger gemacht werden konnten. Deshalb wollten Generalbergkommissar Friedrich Anton von Heynitz und Oberberghauptmann Friedrich Wilhelm von Oppel auf die dringende Notwendigkeit der Gründung eines „Etablissements“ für die Bildung höherer Bergbeamter hinweisen. Beide inszenierten eine grandiose Schaustellung des Freiberger Montanwesens. Die zweitägige Besichtigung der Berg- und Hüttenwerke rund um Freiberg war von grundlegender Bedeutung für die heute 250-jährige TU Bergakademie Freiberg, deren Gründungsentschluss am 21. November 1765 beurkundet wurde.

Einige Stationen der Reisegesellschaft aus dem Jahr 1765 besuchten am 13. November der Rektor, Prof. Klaus-Dieter Barbknecht, und seine Gäste. Dazu gehörten das Gellertsche Haus in der Waisenhausstraße, wo den hohen Herrschaften aus Dresden einst wissenschaftliche Geräte vorgeführt wurden, und das Busch’sche Haus (Burgstraße 24). In diesem Gebäude verkündete Prinzregent Xaver am Nachmittag des 13. November 1765 den Plan, eine Bergakademie zu gründen. An diese historische Stunde erinnert nun eine Gedenktafel am Haus, die heute enthüllt wird. Ein weiterer Höhepunkt führte die Teilnehmer auch an das Mundloch des Freudenstein-Erbstollns in Halsbrücke. „Dort gibt es eine 250-jährige Inschrift, die genau auf den 13. November des Jahres 1765 hinweist“, so Prof. Stoyan. Weitere Stationen waren die „Hütte Halsbrücke“, heute SAXONIA Edelmetalle GmbH, wo die Teilnehmer in der Ofenhalle einen „Silberblick“ im Konverter miterleben konnten und die Kranzniederlegung an der Grabplatte des Gründers Oberberghauptmann Friedrich Wilhelm von Oppel im Kreuzgang des Freiberger Doms.

„Damals wie heute war und ist Bildung Grundlage für Kultur und Wirtschaft. Auch vor 250 Jahren wussten die Gründer der Bergakademie, dass die Investition in Bildung für eine Gesellschaft essentiell ist. Mit unserer Lehre und Forschung zeigen wir auch heute noch dem Freistaat Sachsen, dass sich diese Investition auszahlt. Deshalb freue ich mich besonders, dass heute unser Staatsminister der Finanzen, Georg Unland, mit uns gemeinsam den Spuren der Gründer der Bergakademie nachgeht“, erklärt Rektor Prof. Klaus-Dieter Barbknecht.

Stimmen zur Rundreise:

Sächsischer Finanzminister Georg Unland:

"Es war ein kurzweilger Rundgang mit großem historischem Bezug. Wir haben heute Stätten im Original kennengelernt, an denen sich vor 250 Jahren die Gründer der Bergakademie aufhielten und Geschichte hautnah nachvollzogen. Besonders eindrucksvoll fand ich die Firmenbesichtigung in der „Hütte Halsbrücke“, heute SAXIONA Edelmetalle GmbH. Für mich war es eine Premiere und ich fand hochinteressant, was dort zur Entwicklung der Firmengeschichte, zum heutigen Profil und zukünftigen Vorhaben berichtet wurde". 

Prof. Oliver Rheimbach, Wissenschaftlicher Direktor Universtätsrechenzentrums:

"Ich finde gut, dass die Stadt Freiberg und die TU Bergakademie Geschichte lebendig pflegen, was auch Potential für die Zukunft hat. So bleiben Tradition und Identifikation stets aktuell".

Karl-Ulrich Köhler, Honorarprofessor Umformtechnik, Vorstandsvorsitzender on Tata Steel Europ:

"Ich finde, die Rundreise nach historischem Vorbild war eine sehr gute Idee. Ich nehme von heute einige Fakten zur Geschichte und Tradition der Bergakademie mit, die mir vorher noch nicht bekannt waren".

Prof. Horst Gerhard, Altektor:

"Dank an Prof. Stoyan für diesen Nachmittag. Man hört immer wieder Neues, obwohl ich bestimmt viele Dinge aus der Historie schon wusste. Was ich heute beispielsweise über das Logenhaus in der Waisenhausstraße 10 erfahren habe, in dem ab 1751 Gellert lebte, war neu für mich. Gefreut habe ich mich wieder einmal beim Blick in den Konverter zu erleben, wie beim „Silberblick“ das Silber abgezogen wird".

Marcus Schade, Vertreter des Studentenrates, Studiengang Bachelor  Wirtschaftsingenieurwesen im 4. Fachsemester:

"Für mich war es eine informative und interessante Reise in die Vergangenheit. Mit den Gründern der Bergakademie in Kontakt zu treten, indem man auf ihren Spuren wandelt, war schon toll. Das wird mir sicher für immer in Erinnerung bleiben, zumal es genau an diesem historischen Tag geschah, was ja eine einmalige Sache ist".

Impressionen:

Am VIII. Lichtloch vom Rothschönberger Stolln erläutert Dipl.-Ing. Andreas Benth
Dipl.-Ing. Andreas Benthin, Vorsitzender des Vereins VII. Lichtloch vom Rothschö
Vor dem Eingang vom Freudenstein Erbstolln erklärt Prof. Stoyan  den und Teilneh
In der heutigen SAXONIA Edelmetalle GmbH konnten die Teilnehmer in der Ofenhalle
Kranzniederlegung am Grab von Friedrich Wilhelm von Opel im Kreuzgang des Freibe
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An der Gedenktafel des Gründungsvaters Friedrich Anton von Heynitz (1725 - 1802)