DAAD-Projekt entwickelt internationalen Online-Kurs zur Additiven Fertigung

Teilnehmende des Online-Kurses betrachten ein additiv gefertiges Bauteil
3 Universitäten, 1 Online-Kurs – und eine besondere Praxisaufgabe: Wie kann gemeinsam die Fertigungsplanung zur Additiven Fertigung gelehrt werden, wenn jede Partneruniversität über jeweils eine andere Additive Fertigungstechnologie verfügt?

„Die Antwort liegt in der länderübergreifenden virtuellen Zusammenarbeit von Studierenden und Forschenden der TU Bergakademie Freiberg und der Universitäten MISIS Moskau (Russland) und SU Erbil (Irak) in dem DAAD-geförderten Projekt zur Digitalisierung der Lehre“, verrät Manuela Junghans, Mitarbeiterin für internationale Projekte an der Professur für additive Fertigung sowie am Internationalen Universitätszentrum. Seit Herbst 2020 entwickelt ein Team um Prof. Henning Zeidler den internationalen englischsprachigen Blended-Mobility-Kurs „Production Planning in Additive Manufacturing“. Heute (23. April) treffen sich alle Studierenden in einer Auftaktveranstaltung, um die besondere Herangehensweise für den Praxisteil zu besprechen.

„Neben Vorlesungen und Übungen zur Fertigungsplanung in der Additiven Fertigung als Schlüsseltechnologie der Industrie 4.0 steht insbesondere die Praxis im Fokus des neuen E-Learning-Programms. Von den Studierenden wird dabei die Fertigung verschiedener Bauteile mit drei verschiedenen Additiven Fertigungsverfahren geplant und ausgeführt. Dabei wird die Fertigungsplanung jeweils an einer Universität durchgeführt, welche die betreffende Technologie nicht verfügbar hat. Somit ergibt sich in der Zusammenarbeit der Studierendengruppen ein permanenter Rollentausch. In der Phase der Fertigungsplanung bringen die Studierenden des jeweiligen Landes ihrer internationalen Partnergruppe zunächst ihre lokal verfügbare Maschine näher. Auf dieser Basis wird die Fertigung durch die entfernten Teilnehmer geplant, bevor sie wieder lokal durchgeführt wird. Dies geschieht im Kreis zwischen drei Standorten, drei Technologien und drei lokalen Teams. So kommen die Studierenden nicht nur mit für sie nicht verfügbaren, neuen Fertigungstechnologien in Kontakt (Perspektive des Lernenden), es wird auch das Wissen über die lokal verfügbare Technologie vertieft, wenn die Rolle des Lehrenden eingenommen wird“, beschreibt Projektkoordinator Dipl.-Ing. Moritz Lamottke die Inhalte der Lernplattform.

Das Projekt will mit den neuen Möglichkeiten ein nachhaltiges Angebot schaffen und für Studierende mit beschränkten Mobilitätsmöglichkeiten und/oder technischer Ausstattung aus den beteiligten Ländern einen Ausgangspunkt für internationale Praxiserfahrung bieten. Virtuelle und vor-Ort-Angebote zur Gruppenarbeit, wie zum Beispiel eine Summer School, sollen den Austausch der Studierenden weiter fördern. „Neben der Vermittlung der wichtigen und zukunftsorientierten Lerninhalte ist es auch unser besonderes Ziel, die aktive Kommunikation und Vernetzung der teilnehmenden Studierenden und Lehrenden über Landes- und Kulturkreisgrenzen hinaus zu fördern. Das tun wir unter anderem mit der besonderen standortübergreifenden Aufgabenverteilung im Praxisteil, der sich nur durch aktive internationale Zusammenarbeit lösen lässt. Um dies zu unterstützen, werden zudem alle Aktivitäten durch eine (digitale) interkulturelle Supervision begleitet“, erklärt Prof. Henning Zeidler.

Hintergrund: Das Programm „International Virtual Academic Collaboration“

Um die Digitalisierung der Lehre auch in der internationalen Hochschulkooperation zu verankern, hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) rund 60 Projekte für das Programm „International Virtual Academic Collaboration (IVAC)“ ausgewählt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert IVAC bis Ende 2021 mit rund 5,5 Millionen Euro.

Fragen zu diesem Thema beantwortet: 
Dipl.-Ing. Moritz Lamottke, +49 3731 39 3107, moritz.lamottke@imkf.tu-freiberg.de