Chilenische Botschafterin zu Gast im Freiberger Chile-Haus

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Die chilenische Botschafterin hat heute das Chile-Haus in Freiberg besucht und sich mit chilenischen Studenten und Wissenschaftlern der TU Bergakademie getroffen. Zuvor nahm sie am Festakt zum hundertjährigen Jubiläum der Reichen Zeche teil.

Für die TU Bergakademie Freiberg ist Chile ein bedeutender Kooperationspartner. In den Geowissenschaften, den Biowissenschaften und der Anorganischen Chemie gibt es zahlreiche gemeinsame Forschungsprojekte. Die besondere Rolle Chiles ergibt zum einen aus der Geologie des Landes und den daraus resultierenden Aktivitäten in Bergbau und Metallurgie, die für viele Fachgebiete an der TU Bergakademie Ansatzpunkte für Zusammenarbeit bieten. Sie ergibt sich aber auch aus dem inzwischen hohen Niveau einiger chilenischer Universitäten sowie aus der Infrastruktur und Sicherheit im Land, die es ermöglichen, den Austausch auch in der Gegenrichtung durchzuführen.

Daher wird der Austausch von Wissenschaftlern gefördert, aber auch von Studierenden in allen Phasen der Ausbildung, vom Erststudium bis hin zur Promotion. So haben Doktoranden aus Freiberg und Chile die Möglichkeit, eine Doppelpromotion zu erlangen; Vereinbarungen dazu gibt es mit der Universidad Católica del Norte (Katholische Universität Nordchile) in Antofagasta und der Universidad de Santiago de Chile (Universität Santiago de Chile). Die Zusammenarbeit mit der Universidad de Concepción (Universität Concepción) und der Universidad de Atacama (Universität Atacama) ist jeweils durch ein Memorandum of Understanding vertraglich geregelt. Insgesamt 19 chilenische Studierende sind aktuell an der TU Bergakademie eingeschrieben, davon sechs mit dem Ziel einer Promotion. Hinzu kommen noch drei wissenschaftliche Mitarbeiter. 

Im Dezember 2018 wurde zum ersten Mal ein Doktorand gleichzeitig von der TU Bergakademie Freiberg und einer chilenischen Universität promoviert. Der chilenische Wissenschaftler hat einen Weg gefunden, Arsengift mit Hilfe von Bakterien aus Flüssigkeiten herauszulösen. Dies kann eine wichtige Rolle bei arsenkontaminierten Flächen spielen, die so auf biologische Weise saniert werden können. Gerardo Retamal-Morales hatte seine Arbeiten an der Universidad de Santiago de Chile, aber auch im Institut für Biowissenschaften der TU Bergakademie durchgeführt, er war einer der ersten Bewohner des 2017 eröffneten und von der Krüger-Stiftung finanzierten Chile-Hauses in der Freiberger Innenstadt.  

Ansprechpartner: 
IUZ, Torsten Mayer, Tel 03731/39-3191