Aus was unsere Welt besteht: Netzwerk für Studierende und Nachwuchsforschende der Kristallographie

Tina Weigel von den Jungen Kristallographen
Wer im Arbeitskreis „Junge Kristallographen“ mitwirkt, beschäftigt sich mit Untersuchungsmethoden, die tief in die Materie blicken. Vor allem mit Röntgenstrahlung finden Studierende die Antwort auf die Frage, wie Materialien oder Moleküle aufgebaut sind und was diese zusammenhält.

„Die Kristallographie ist eine Wissenschaft, die in verschiedenen Disziplinen zur Aufklärung der atomistischen Struktur von Materialien oder Molekülen verwendet wird. Sie findet Anwendung in der Mineralogie und der Materialwissenschaft bis hin zur Chemie und Biologie. In der Strukturbiologie wurde durch sie die Struktur des Coronavirus aufgeklärt und so die Grundlage für die Entwicklung von Impfstoffen oder Medikamenten gelegt“, so die Doktorandin Tina Weigel, die Mitgliedes des Arbeitskreises Junge Kristallographen ist und bis März 2022 Vorsitzende war. Die Wissenschaftlerin forscht in der AG Resonante Röntgenmethoden und Kristallmodellierung unter der Leitung von Dr. Matthias Zschornak am Institut für Experimentelle Physik (Professur Dirk C. Meyer).

Vernetzung und Austausch im Mittelpunkt

Für eine bessere Vernetzung und mehr Austausch untereinander gründeten Studierende und Promovierende im Jahr 2013 an der TU Freiberg den Arbeitskreis Junge Kristallographen. Unterstützung erhielten sie dabei von verschiedenen Professorinnen und Professoren deutscher Hochschulen. Das Netzwerk ist innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Kristallographie (DGK) angesiedelt und vertritt vor allem die Interessen des wissenschaftlichen Nachwuchses. Es agiert in Eigenregie mit finanzieller Unterstützung durch die DGK und langjährige Industriepartner, wie STOE & Cie GmbH und steht Interessierten bei allen Fragen und Problemen zur Seite.

Aktuell sind rund 250 Studierende und junge Forschende verschiedener Hochschulen und Fachbereiche bei den Jungen Kristallographen aktiv, knüpfen Kontakte für Jobangebote und Studien- und Abschlussarbeiten und erhalten Einblicke in hochaktuelle Forschung und in neue Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens. Alle zwei Jahre ernennen die Mitglieder einen neuen Vorstand. Sie organisieren Veranstaltungen und Netzwerktreffen sowie eine eigene Session für Nachwuchsforschende bei der Jahrestagung der DGK. Auf ihre Initiative führte die Gesellschaft zudem den Lieselotte-Templeton-Preis ein, der für hervorragende Bachelor- und Masterarbeiten verliehen wird.

Eigenes Sonderheft, großes Treffen in Freiberg im Oktober

Im Mai veröffentlichten die Jungen Kristallographen ihre erste eigene Sonderausgabe in dem Fachjournal Zeitschrift für Kristallographie. „Von der Einwerbung der Artikel über die die Anbietung eines internen Review-Prozess durch Mitglieder des Arbeitskreises bis hin zu Absprachen mit dem Verlag oder Organisation des Einreichungsprozess haben wir alles in einem kleinen Team selbst gemacht“, sagt Tina Weigel.

Das nächste große Treffen wird im Oktober an der TU Bergakademie Freiberg im Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung (ZeHS) stattfinden. Dort trifft sich der Arbeitskreis gemeinsam mit der Nachwuchsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Kristallzüchtung und Kristallwachstum (DGKK).

„Neben der Möglichkeit, eigene Forschung in kurzen Lightning Talks und Postern vorzustellen, gibt es ausreichend Gelegenheit zum Netzwerken. Wir haben außerdem interessante Vortragende aus verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen und Vertreterinnen und Vertreter aus der regionalen und überregionalen Industrie eingeladen“, so Tina Weigel. Wer sich für Kristallographie interessiert und teilnehmen möchte, kann sich bis zum 5. September hier anmelden.

Aktuelle Neuigkeiten gibt es im Blog des Arbeitskreises

Studierende, die sich für Kristallographie interessieren und Teil des Arbeitskreises werden möchten, kontaktieren den Arbeitskreis per info [dot] dgkycatgmail [dot] com (E-Mail).

Fragen beantwortet / Contact: 
Tina Weigel, tina.weigel@physik.tu-freiberg.de