Auf den Spuren Alexander von Humboldts durch Sibirien

Mann auf Schiff im Strom
Prof. Gerhard Heide, Professor für Mineralogie und Direktor der Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg, wird vom 22. Mai bis 10. Juni an einer Reise auf den Spuren Alexander von Humboldts durch Sibirien teilnehmen.

Das Ziel der Expedition ist die Erfassung der naturräumlichen Veränderungen in der Region seit der Reise Humboldts. 

Die Forschergruppe besteht aus 18 Wissenschaftlern mit Botanikern und Zoologen, Mineralogen und Geologen, Limnologen und Historikern. Zu den sieben deutschen Teilnehmer zählen auch der Generaldirektor a.D. Dr. Ferdinand Damaschun des Naturkundemuseums Berlin sowie Diplomgeologe Carsten Eckert vom Forschungszentrum Schloss Friedenstein in Gotha. Zu der Reise hatte die Russische Akademie der Wissenschaften eingeladen, sie wird von der Freiberger Partneruniversität St. Petersburg Mining University maßgeblich mitorganisiert und finanziert. Das Projekt endet am 17. Juni mit einer Buchpublikation zu Humboldts Sammlungen und einer „Humboldt-Intervention“ im Mineralogischen Museum des Naturkundemuseums Berlin, zuvor nimmt die Forschergruppe an der Festveranstaltung der TU Bergakademie Freiberg zum Humboldt-Gedenken am 14. Juni teil. 

Vor zweihundert Jahren hatte der russische Zar Nikolaus I. den berühmten Naturforscher beauftragt, den Zustand der Rohstoffkomplexe des Russischen Reiches zu untersuchen. Insbesondere ging es um neue Platinlagerstätten im Ural. Humboldt startete am 20. Mai 1829 in Berlin und reiste über St. Petersburg und Moskau weiter an der Wolga bis Kasan, dann durch den Ural, durch Sibirien und über das Kaspische Meer wieder zurück. Während eines knappen halben Jahres legte der 60jährige mehr als 15.000 Kilometer zurück.

Seine Begleiter waren der Mediziner, Zoologen und Botaniker Christian Gottfried Ehrenberg sowie der Chemiker und Mineraloge Gustav Rose. Humboldt widmete sich vorwiegend geomagnetischen und astronomischen Beobachtungen sowie der physischen Geographie. Auf Anregung von Humboldt  ließ die russische Regierung anschließend ein Netz von Messstationen anlegen, die unter anderem Luftdruck, Temperatur, Windrichtung und Niederschlagsmengen erfassten. Die so ermittelten Daten dienten Humboldt dann wiederum als empirische Grundlage für die einschlägigen Betrachtungen in seinem 1843 erschienenen Werk über Zentralasien. 

Humboldt etablierte etliche wissenschaftliche Disziplinen, u.a. die Physiogeographie, die Landschaftskunde und die ökologische Pflanzengeographie. Die Studien des deutschen Geographen lieferten auch einen Beitrag für ein besseres Verständnis des Erdmagnetismus. Humboldts Arbeit hatte auch eine besondere Bedeutung für die Entwicklung der Mineralogie allgemein. Im Museum für Naturkunde in Berlin sind die Funde, die Humboldt von seiner Russlandreise mitgebracht hat, bis heute zu sehen. Humboldt besuchte in seinem Leben u.a. Holland, England, Frankreich, Österreich, die Schweiz, Spanien, Zentral- und Südamerika. 

Die deutschen Mineralogen und ihre russischen Kollegen werden in verschiedenen russischen Städten Vorträge halten, an Konferenzen teilnehmen und vor allem -- wie Rose und Ehrenberg – viel im Gelände arbeiten und Proben nehmen. Zwei junge Künstler – asymmtry Kollektiv -- begleiten die Gruppe und werden Dokumentarfilme drehen, die dann anschließend bei Festveranstaltungen zum 250jährigen Geburtstagsjubiläum des Gelehrten gezeigt werden sollen. 

https://tu-freiberg.de/humboldt-250/humboldt-jahr-2019/sibirien-2019

https://tu-freiberg.de/humboldt-250/humboldt-jahr-2019/festveranstaltung

https://www.museumfuernaturkunde.berlin/en/museum/events/wir-feiern-alexander-von-humboldts-250-geburtstag

https://vimeo.com/asymmtry

http://en.spmi.ru/

https://forpost-sz.ru/a/2019-04-22/po-sledam-gumboldta-ehkspediciyu-nemeckogo-geografa-v-rossii-povtoryat-spustya-190-let

Ansprechpartner: 
Prof. Gerhard Heide, 03731 / 39-2665
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Expeditionsreise
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Bsuch in einem Paläontologie-Museum