9. Internationale Freiberg Konferenz IFC in Berlin mit großer internationaler Resonanz

Gruppenbild der Internationalen Freiberg Konferenz 2018. Foto: IEC
Vom 3. bis 8. Juni 2018 veranstaltete das Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen der TU Bergakademie Freiberg mit Unterstützung des IEA Clean Coal Center (Großbritannien) die International Freiberg Conference zum Themenschwerpunkt „Closing the Carbon Cycle“.

Mit seiner 9. Auflage hat sich die International Freiberg Conference on IGCC & XtL Technologies erneut als die weltweit führende Tagung auf dem Gebiet der CO2-emissionsarmen chemischen Nutzung von Kohlenstoffträgern (Carbon conversion processes) ausgewiesen. Zur Eröffnung sprachen Dr. Jadwiga Emilewicz (Ministerin für Unternehmertum und Technologie der Republik Polen), Dr. Christian Ehler (Mitglied des Europäischen Parlaments), Hans-Joachim Hennings (Abteilungsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt), per Video Dr. Eva-Maria Stange (Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst des Freistaats Sachsen), Dr. Lars Kulik (Vorstand der RWE Power AG) und Prof. Bernd Meyer (IEC, TU Bergakademie Freiberg).

Im Mittelpunkt standen neue wissenschaftliche Erkenntnissen, Fortschritte bei emissionsarmen, nachhaltigen Technologien und die wirtschaftliche Implementierung im industriellen Maßstab. Einen eigenen Schwerpunkt bildeten ganzheitlicher Untersuchungen zur Nachhaltigkeit, den zu erwartenden Technikfolgen und zur Akzeptanz für die anstehenden Entwicklungsschritte von der linearen zur zirkularen Kohlenstoffwirtschaft mit dem Ziel geschlossener Kohlenstoffkreisläufe unter Einbindung regenerativer Energie.

Bei der chemischen Nutzung der primären und sekundären Kohlenstoffquellen lassen sich regionale Besonderheiten ausmachen. In Asien und insbesondere in China gibt es eine atemberaubende Entwicklung zu modernsten kohle-basierten Technologien im größten Maßstab. So wurde 2017 die weltweit größte kohlebasierte Fischer-Tropsch-Anlage in Ningxia (China) mit jährlich 4 Mio. t Produkte in Betrieb genommen. Dagegen sind die Entwicklungen in Europa vorrangig auf den Forschungs- und Demonstrationsmaßstab, und hier insbesondere auf dezentrale Power-to-X Lösungen ausgerichtet. Außerdem ist als globaler Trend das steigende Interesse an der Nutzung alternativer Kohlenstoffquellen wie Abfall, Biomasse und CO2 für die chemische Produktion festzustellen.

Von den insgesamt 287 Teilnehmern aus 22 Ländern kamen die meisten aus Deutschland und China. Es gab 140 Präsentationen aus Forschung und Industrie. Als beste Vorträge im Bereich Wissenschaft bzw. Anwendung wurden M.Sc. Florian Keller (IEC, TU Bergakademie Freiberg) zum Thema „Technologische und ökologische Bewertung von alternativen Rohstoffen für chemische Industrie“ bzw. Dr. Tobias Ginsberg (RWE Power AG) zum Thema „Vergasung von Klärschlamm mit dem Ziel der Phosphorrückgewinnung“ gewählt. Außerdem wurde erstmals ein Posterempfang (Poster Reception) veranstaltet, der vor allem Nachwuchswissenschaftlern die Gelegenheit gab, ihre Ergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren. Der überaus gelungene Empfang wurde mit freundlicher Unterstützung von Dr. Erika Krüger vom Verein Freunde und Förderer der TU Bergakademie finanziert. Die Vorsitzende der Krüger-Stiftung Dr. Krüger eröffnete den Posterempfang und überreichte die Auszeichnungen höchstpersönlich. 

Der Konferenz schlossen sich vier Technical Tours zu Unternehmen verschiedener Sektoren der Kohlenstoffwirtschaft in Berlin und Umgebung an. Die zehnte IFC wird im Juni 2020 in Shanghai (China) stattfinden. Sie wird von IEC‘s langjährigen chinesischen Partnern aus Forschung und Wirtschaft, der East China University of Science and Technology (Shanghai) und Synfuels China Technology Co., Ltd (Beijing), co-organisiert.

Ansprechpartner: 
Dr. Roh Pin Lee, Tel.: 03731/39-4423