3 Fragen an Johanna Richter, Sprecherin des Studierendenrats der TU Bergakademie Freiberg

Johanna Richter ist Sprecherin des Studierendenrats der TU Bergakademie Freiberg
In der Corona-Pandemie möchte der Studierendenrat (StuRa) praktische Hilfe leisten und hat dafür ein Netzwerk initiiert. Besonders Studierende, die sich in einer angeordneten Quarantäne befinden, können beispielsweise beim Einkaufen um Hilfe bitten.

Was bewegt die Freiberger Studierenden aktuell?

Wie viele andere Menschen sind natürlich auch wir Studierende verunsichert. Neben der Bedrohung durch das Virus im Allgemeinen beschäftigen uns aktuell besonders diese Fragen: Wie laufen die Lehrveranstaltungen in diesem Semester weiter? Kann ich meinen Nebenjob behalten? Darf ich an Weihnachten zu meiner Familie, die vielleicht im Ausland lebt? Und wer in Quarantäne ist, der sorgt sich natürlich auch um praktische Dinge – allen voran, wie man seinen Lebensmittel-Einkauf erledigen soll.

Insbesondere Erstsemesterstudierende, die vielleicht eben erst nach Freiberg gezogen sind, machen sich Sorgen, ob ihnen der Studieneinstieg fachlich und sozial gut gelingt. Studierendenrat, Fachschaften und Universität versuchen derzeit so gut es geht, die wegfallenden Vernetzungsmöglichkeiten auf dem Campus zu ersetzen. Beispielsweise durch hybride Lehre und durch Online-Veranstaltungen zum Kennenlernen der Mit-Studierenden.

Außerdem ist auch die sich schnell wandelnde Informationslage hinsichtlich der Lehrveranstaltungen eine große Herausforderung für alle Studierenden: Welche Lehrveranstaltung findet online statt? Wo kann ich vor Ort sein und was muss ich dabei beachten? Diese Fragen müssen Studierende in der aktuellen Situation fast täglich aufs Neue für sich beantworten.

Was können StuRa und Universität tun, um die Situation in der Lehre zu verbessern?

Universitätsleitung und Studentenrat sind sich einig, dass auch dieses Wintersemester für alle Studierenden ein studierbares Semester bleiben soll. Als Stimme der Studierenden stehen wir in regelmäßigem Austausch mit dem Rektorat. Darum ermutigen wir alle, sich mit auftretenden Problemen an uns zu wenden und bemühen uns, gemeinsam Lösungen zu finden.

So haben wir aktuell beispielsweise angeregt, dass die Universität noch mehr PC-Plätze mit Internetzugriff auf dem Campus einrichtet. Es kann durchaus vorkommen, dass es Studierende zwischen der Präsenzvorlesung und dem Online-Seminar nicht an ihren heimischen Rechner schaffen und auf einen angemessenen Arbeitsplatz angewiesen sind. Wichtig ist uns außerdem, dass die Studierenden auch in den Online-Lehrveranstaltungen das festgelegte Lernziel erreichen. Der Studierendentenrat befürwortet darum einen kontrollierten Standard durch Evaluationen und Einhaltung von Leitfäden für die hybride Lehre.

Auch außerhalb des Studiums stehen die Studierenden vor Herausforderungen. Das Corona-Hilfe-Netzwerk setzt im Alltag an – wie kann ich mich beteiligen?

Der Studentenrat hat das Netzwerk gegründet, um Studierende aber auch MitarbeiterInnen, die sich in Quarantäne befinden, bei der Lebensmittelversorgung zu unterstützen. Dazu haben wir die E-Mail-Adresse coronaatstura [dot] tu-freiberg [dot] de eingerichtet unter der sich Hilfesuchende melden können. Wir vermitteln dann an freiwillige HelferInnen. Aktuell erhalten wir noch wenige Hilferufe. Um aber auf weitere Quarantäne-Fälle vorbereitet zu sein, freuen wir uns über jeden neuen Freiwilligen der Einkauftouren übernehmen will. Schlussendlich soll niemand im Ernstfall ohne Hilfe dastehen!

Das Netzwerk dient aber nicht nur der Vermittlung von Einkaufshelfern. Unter der Mailadresse können sich auch Studierende melden, für die sich andere Probleme im Zusammenhang mit Corona ergeben, die nicht durch das Studierendenbüro zu lösen sind. Wir beraten oder leiten die Anliegen an die passende Stelle innerhalb der Universität weiter.

Wir sind optimistisch, dass wir das anstehende Semester mit allen Herausforderungen meistern und sich auch die Neuen gut an der Universität einleben können.

Ansprechpartner: 
Johanna Richter, corona@stura.tu-freiberg.de