2. Promovierendentag: Workshops, feierliche Verabschiedung und neues Stipendium

Dr. Kristina Wopat von der GraFa (l.) und ...
Premiere für ein Stipendium, das junge Wissenschaftlerinnen fördert: Am Freitag, den 14.06.2013, 14 Uhr, wurde bei der Feierlichen Verabschiedung der Promovierten der TU Bergakademie Freiberg im Städtischen Festsaal erstmals das Mary-Hegeler-Stipendium vergeben. Bereits am Vormittag trafen beim zweiten Promovierendentag der Graduierten- und Forschungsakademie alte und neue Promovierende zusammen. Dabei beantwortete eine Mischung aus Kurzworkshops, Diskussionsrunden und Infoständen zentraler universitärer Einrichtungen wichtige Fragen rund um die Promotion.
Das Mary-Hegeler-Stipendium, das an die erste eingetragene Studentin an der Bergakademie Freiberg erinnert, soll junge Wissenschaftlerinnen für maximal 12 Monate bei der Beantragung eines Habilitationsprojektes oder beim Abschluss einer Habilitation unterstützen. Als erste Stipendiaten wurden dafür Dr. Alina Ruziyeva, die eine Habilitation auf dem Gebiet der Angewandten Mathematik anstrebt, sowie Dr. Anke Schwarzer, die eine Forschungsgruppe in der Materialchemie zu organischen Materialien aufbauen möchte, ausgewählt. Prof. Michael Stelter, Prorektor für Forschung, überreichte die Stipendienurkunden während der feierlichen Verabschiedung der Promovierten des Abschlussjahres 2012. Insgesamt 73 Promotionen wurden im vergangenen Jahr an der TU Bergakademie abgelegt, dabei 18 von Frauen und 55 von Männern.

Vor der Verabschiedung begann der 2. Promovierendentag am Vormittag mit Workshops, die von der Graduierten- und Forschungsakademie (GraFa) gemeinsam mit angehenden Promovierenden der TU Bergakademie Freiberg gestaltet wurden. „Die Veranstaltung richtete sich in erster Linie an Promovierende, aber auch an all jene, die mit dem Gedanken an eine Promotion spielen, aber noch nicht mit einer konkreten Arbeit dazu begonnen haben“, beschreibt Conny Wunsch von der GraFa den Teilnehmerkreis. So wurden am Vormittag zwischen 9.30 und 12.30 Uhr Workshops zu „Kreativität, Problemlösung und Selbstmanagement“ angeboten sowie Erfahrungen zu Möglichkeiten und Strategien für das Promovieren mit Kind weiter gegeben.

Ein weiterer Mini-Workshop trug den Titel „Interkulturelle Sensibilisierung“, denn gerade das internationale Umfeld, in dem sich Doktoranden bewegen – sei es durch ausländische Kollegen im Labor oder Reisen zu internationalen Konferenzen, birgt viele Fettnäpfchen. „Hierbei können interkulturelle Missverständnisse durchaus zu negativen Konsequenzen führen“, so Conny Wünsch. „Sensibel für interkulturelle Differenzen zu sein, ist heutzutage für jeden unerlässlich.“ Das gilt natürlich auch für die Doktoranden, die aus dem Ausland kommen und in Freiberg promovieren. Insofern lieferte ein Vortrag eines ausländischen Promovierenden über seine Erfahrungen in Freiberg auch hier neue Erkenntnisse.

Zum Hintergrund „Mary-Hegeler-Stipendium“: Die TU Bergakademie Freiberg hatte im Jahr 2012 die Vergabe eines Habilitationsstipendiums mit dem Namen Mary-Hegeler-Stipendium beschlossen. Mary Hegeler aus La Salle im Bundesstaat Illinois/USA war die erste eingeschriebene Studentin an der Bergakademie Freiberg. Von 1885 bis 1886 besuchte sie Vorlesungen und Praktika, die sie alle mit der Note Eins abschloss. Zurück in Amerika übernahm sie den Posten des leitenden Redakteurs des Verlags Open Court.
Die rechtlichen Grundlagen erhielt das Frauenstudium dabei erst 1913 in der Satzung der Bergakademie Freiberg, die besagte, dass Frauen als Hörerinnen unter Einschränkungen zugelassen werden können. 1921 heißt es schließlich: „Weibliche Personen können unter denselben Bedingungen, wie männliche, als Studierende oder Hörer zugelassen werden.“

Ansprechpartner: 
Conny Wünsch