Margot Bock

interviewed im Juni 2015

Steckbrief

Dr. Margot Bock
Kanzlerin an der Technischen Universität Ilmenau
Studienrichtung: Ingenieurökonomie

Vita

  • 1971–1975: Studium der Betriebswirtschaftslehre, Ingenieurökonomie der Grundstoffindustrie an der Bergakademie Freiberg
  • 1975–1980: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Hochschule Ilmenau
  • 1980–1984: Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Direktor Rechnungswesen / Finanzkontrolle im Werk für Technisches Glas Ilmenau
  • 1984–2000: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Hochschule / Technischen Univertät Ilmenau und Referentin für Bildung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
  • 2000–2008: Referentin des Rektors der Technischen Universität Ilmenau
  • 2008–heute: Kanzlerin an der Technischen Universität Ilmenau

Interview

Sie haben in Freiberg studiert. Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Freiberg anzutreten?

Für die Wahl der Studienortes Bergakademie Freiberg waren seinerzeit für mich zwei  Argumente von entscheidender Bedeutung:

  • der ausgezeichnete Ruf der betriebswirtschaftlichen Ausbildung an der Bergakademie, die sich seinerzeit insbesondere auf den Schwerpunkt des Rechnungswesens konzentrierte und die mit Prof. Gallenmüller einen hervorragenden und anerkannten Hochschullehrer hatte,
  • die ingenieurwissenschaftliche Ausbildung auf dem Gebiet der Grundstoffindustrie, insbesondere der Verfahrenstechnik für die Glas- und Keramikindustrie, da ich meinen künftigen Einsatzbereich in der Thüringer Glasindustrie gesehen hatte.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Der Kanzler ist an einer deutschen Hochschule der Leiter der Hochschul-verwaltung und Mitglied des Rektorates. Er ist zuständig für den Haushalt der Hochschule, die Liegenschaften sowie für sämtliche Verwaltungsaufgaben. Dieses umfassende Aufgabenspektrum macht die Tätigkeit interessant, abwechslungsreich und schafft zugleich die Möglichkeit, die Entwicklung der Universität mitzugestalten und innovative Vorhaben in Forschung und Lehre zu befördern. Dafür sind mir die Erfahrungen, die ich während meiner Tätigkeiten sowohl in der Wirtschaft als auch an der Hochschule sammeln konnte, besonders nützlich.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der Bergakademie Freiberg

Nachhaltige Erinnerungen an die Zeit in Freiberg habe ich insbesondere im Hinblick auf die sehr gute Ausbildung sowohl auf dem Gebiet der Betriebswirtschaftslehre als auch auf dem Gebiet der Ingenieurwissenschaften, auf die ich während meiner späteren beruflichen Tätigkeit an der Hochschule und auch in der Wirtschaft sehr gut zurückgreifen konnte.

In bester Erinnerung habe ich zudem die engen Kontakte zwischen den Studierenden, das kameradschaftliche Miteinander im Studium und in der Freizeit sowie die Unterstützungsmaßnahmen für andere, um das Studium in der Regelstudienzeit zu bewältigen. Sehr positiv fand ich das bestehende gute Verhältnis der Hochschullehrer und Mitarbeiter zu den Studierenden. 

Wenn Sie mit ihrem heutigen Wissen auf ihr Studium zurückblicken: gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie achten würden?

Aufgrund des sehr gestrafften und stark strukturierten Studiums seinerzeit war es schwer möglich, weitere oder angrenzende Vorlesungen zu besuchen. Heute würde ich den Blick über den „Tellerrand“ durch den Besuch anderer Lehrveranstaltungen außerhalb des Curriculums sicherlich vorziehen, ebenso wie die Möglichkeit, bestimmte Teile des Studiums im Ausland zu absolvieren. Auch diese Möglichkeit war leider nicht gegeben.

Auch aus heutiger Sicht betrachte ich es sinnvoll, wirtschaftswissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Ausbildung zu verbinden. Dies ist mit dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen sehr gut gelungen. 

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Meine beruflichen Kontakte bestehen heute in der Zusammenarbeit im Arbeitskreis der Universitätskanzler Mitteldeutschlands, d. h. Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringen. Hier gibt es regelmäßige Treffen mit dem Austausch zu den jeweils aktuellen Themen für die Universitäten in den einzelnen Bundesländern. 

Verraten Sie uns zum Schluss noch ihr Lebensmotto?

In der wissenschaftlichen Tätigkeit ist das Finden von neuen Wegen oder Lösungen – das Entdecken – eine besondere aber angenehme Herausforderung. Daher gilt für mich die Devise: „Wenn man still steht, wird man schnell überrollt“. Bei dieser Tätigkeit aber auch in meiner jetzigen Tätigkeit als Kanzlerin einer Technischen Universität  kommt es  darauf an, „nicht mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden“ und stets daran zu denken: „Der Aufschub ist der Dieb der Zeit“.

 Foto © TU Ilmenau, Ingo Herzog