Kay Dornich

interviewed im Oktober 2014

Steckbrief

Dr. Kay Dornich
Geschäftsführer der Freiberg Instruments GmbH
Studienrichtung: Angewandte Naturwissenschaft

Vita

  • 1998-2002: Studium Angewandte Naturwissenschaft an der TU Bergakademie Freiberg
  • seit 2005: Geschäftsführer der Freiberg Instruments GmbH
  • 2006: Promotion „Elektrische Charakterisierung und Defektanalytik von Silizium mit MDP und MD-PICTS“ an der TU Bergakademie Freiberg
  • 2011: Träger des 16. Innovationspreises des Freistaat Sachsens
  • seit 2011: Botschafter des Erzgebirges

Interview

Sie haben in Freiberg studiert und promoviert. Was hat Sie dazu bewogen, die TU Bergakademie Freiberg als Hochschule zu wählen?

Das ist lange her, aber auch heute noch bevorzuge ich überschaubare Strukturen und persönlichen Kontakt vor anonymisierten Megastädten und Universitäten.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Hochschulzeit?

Im Rückblick schätze ich die fundierte, fachübergreifende Ausbildung. Das ist die Grundlage für heutige Erfolge. Als Naturwissenschaftler führen mich inzwischen viele Projekte von der Physik weg, hinein in die Geologie und Biochemie. Fächer, die ich während des Studiums kaum erwartet hätte noch einmal zu benötigen.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit bei Freiberg Instrument?

Die Herausforderung liegt einerseits in der fachübergreifenden Komplexität der Aufgabenfelder im Produktions- und Entwicklungsbereich, andererseits an der Schnittstelle zwischen Kundenwunsch und technischen Realisierungsmöglichkeiten. Im Kern sind über die Jahre drei Produktlinien entstanden. Gestartet sind wir mit kontaktloser elektrischer Charakterisierung von Halbleitern, später wurde eine Geräteserie zur Datierung geologischer und archäologischer Proben entwickelt und durch eine Übernahme ist Freiberg Instrument zum weltweiten größten Hersteller von ESR -Tischgeräten ( Elektron Spin Resonanz) aufgestiegen. Dabei liegen die Anwendungsfelder vor allem im medizinischen Bereich, wie der Krebsforschung, der chemischen Industrie, Petrochemie aber auch Dosimetrie. Die meisten Geräte werden in Asien installiert, zu den Kunden gehören aber auch namhafte Universitäten wie Oxford und Yale. Die entferntesten Projekte führen übrigens bis zum Mars. Dieses Jahr hoffen wir noch einen Auftrag zur Datierung von Kunstschätzen im Louvre zu erhalten.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute in Freiberg studieren, mit auf den Weg geben?

Ich wünsche jedem Mut, um neue Wege zu gehen und eigene Ideen zu verwirklichen.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Vielfältige. Vorteile sind neben der hohen fachlichen Kompetenz die kurzen Wege. Das hilft bei Neuentwicklungen und bei der Lösung wissenschaftlich, technischer Probleme.

Verraten Sie uns zum Schluss noch ihr Lebensmotto?

Ein Lebensmotto würde mich einengen, aber wenn ich eines hätte, wäre es vorausschauend: z. B. die Zukunft beginnt heute.

Foto © privat