Ilka Pittschaft

interviewed im September 2014

Steckbrief

Ilka Pittschaft
Verkaufsleiterin Wendt & Kühn KG Grünhainichen, Deutschland
Studienrichtung: Betriebswirtschaftslehre

Vita

keine Angaben

Interview

Warum haben Sie gerade Freiberg als Studienort gewählt, wo doch die Betriebswirtschaftslehre an vielen sächsischen Hochschulen angeboten wird?

Als ich im Jahr 1994 mein BWL-Studium aufnahm, war ich 22 Jahre jung. Mir war damals sehr wichtig, dass ich in der Nähe meines Wohnortes, wo ich bereits einen eigenen Haushalt führte, studieren konnte. Die Verteilung der Studienplätze lief zu diesem Zeitpunkt ohnehin über die ZVS und als man mir zwei mögliche Universitäten nannte, eine in Ost- und eine in West-Deutschland, war Freiberg als mein Favorit natürlich die erste Wahl - war die Universität doch als familiärer und effektiver Studienort bekannt und ich stolz, eine gute Uni in meiner Nähe zu haben und diese besuchen zu dürfen.

Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg und was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit bei Wendt & Kühn?

Die erste Station auf meinem beruflichen Weg war die Ausbildung zur Industriekauffrau, die meinem BWL-Studium vorgelagert war. Hier erwarb ich zunächst wichtige Kenntnisse aus der Praxis, die sich positiv mit den theoretischen Kenntnissen, die ich später im Studium erlangte bzw. vertiefen konnte, verbanden. Ich bin noch nie ein vollkommen auf Theorie ausgerichteter Mensch gewesen, bin eher der praktische Typ.

Nach dem Studium schlossen sich Tätigkeiten in Unternehmen unterschiedlicher Größe an - vom kleinen Tochterunternehmen bis hin zu bedeutenden, internationalen Konzernen war alles dabei. Durch Jedes dieser Unternehmen bot mir Möglichkeiten, mich auf verschiedenen Gebieten zu entwickeln - im Management, in der Personalführung, im Vertrieb.

Als Verkaufsleiterin bei Wendt & Kühn habe ich einen großen Verantwortungsbereich, der natürlich hauptsächlich den Vertrieb unserer in liebevoller Handarbeit hergestellten Figuren betrifft. Der Kontakt zu unseren Fachhändlern ist teilweise durch sehr viel mehr persönlichen und emotionalen Kontakt geprägt, als in anderen Branchen üblich. Das ist der Tatsache geschuldet, dass unsere Figuren kleine Seelen haben, die können nicht "einfach so" verkauft werden. Es geht dabei um Gefühle - der Händler muss eben auch verliebt sein, wenn er den Kunden in den Bann der Figuren ziehen möchte. Oh, ich komme in`s Schwärmen... Entschuldigung.

Aber auch die Vernetzung mit den anderen Bereichen der Manufaktur, wie beispielsweise der Fertigung (zum Beispiel bei der Entwicklung der Absatz- bzw. Produktionsplanung), dem Marketing und anderen administrativen Abteilungen ist spannend. Abwechslung erfahre ich in meinem Job durch den Besuch internationaler Fachmessen und die Möglichkeit, unsere Händler in ihren Geschäften vor Ort zu besuchen. Auf diese Weise bekomme ich sozusagen aus erster Hand Informationen vom Markt - Tendenzen, Probleme, Kundenwünsche...- und kann ggf. sofort reagieren. Ganz wichtig ist für mich die positive und ausgeglichene Stimmung in unserem motivierten Team.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Meine Studienzeit ist mir beinahe durchweg in positiver Erinnerung. Regenwölkchen gibt es überall einmal. Die Frage ist, ob man einen Schirm dabei hat...

Besonders gern erinnere ich mich an die Nähe zu Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Jederzeit konnte man persönlich an sie herantreten, um Fragen oder Probleme zu besprechen. An der TU BAF war man nicht irgendeine Nummer!

Auch auf meine Zeit als HiWi im Marketing schaue ich sehr gern zurück.

Lediglich an das Parken in der Stadt habe ich ungute Erinnerungen - die Politessen lauerten hinter jeder Ecke... 

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Zu Beginn diesen Jahres durfte ich einen Alumni-Vortrag im Rahmen der ORTE halten ("Die Qual der Wahl: Berufliche Perspektiven in Groß-, Mittel- und Kleinunternehmen". Die Einladung hierfür hat mich sehr stolz gemacht. Vielen Dank nochmal.

Auch auf das große 250jährige Jubiläum der Alma Mater in 2015 freue ich mich schon. Es ist nicht selbstverständlich, an einem solchen Jubiläum teilnehmen zu können.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute in Freiberg studieren, mit auf den Weg geben?

Carpe diem! Nutzt die Möglichkeiten, die euch diese kleine aber überdurchschnittliche Uni bietet! Die räumliche Konzentration der Gebäude und Hörsääle, die Bibiothek, sämtliche Aktivitäten der Vereinigungen und die schöne Bergstadt Freiberg mit ihrem Schloss sind nur einige Faktoren, die ich hier nennen möchte, die euch ein effektives, qualitativ hochwertiges und gesellschaftlich aktives Studium gleichermaßen ermöglichen. Macht `was draus, die Zeit kommt nie wieder!

Verraten Sie uns bitte Ihr Lebensmotto! 

Ich habe vor vielen Jahren von einer Schwester meines verstorbenen Großvaters eine große Holztafel geerbt. Damals war ich noch ein Kind; niemand wollte diese Tafel haben. Sie trägt folgenden, eingeschnitzten Vers, den ich durchaus als mein Lebensmotto nennen kann:

Vertrau auf Gott

doch auch auf eigne Kraft

Gott segnet nur

was du dir selbst erschaffst!

Dieses Motto scheint auf den ersten Blick etwas verstaubt oder realitätsfern zu sein. Aber es heißt ja nichts anderes als: nicht abwarten was passiert, sondern aus eigenem Antrieb beginnen. Dann wird es auch gut! Und das ist doch toll, oder?