Sandra Herrmann

interviewed im Juni 2012

Steckbrief

Dr. Sandra Herrmann
Research Assistant beim Integrated Ocean Drilling Program (IODP) an der Texas A&M University
Studienrichtung: Geologie/Mineralogie

Vita

  • 2000-2006: Geologie / Paläontologie Studium an TU Bergakademie Freiberg (Diplom/Master)
  • 2006-2010: Doktorat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, Schweiz
  • 2010: Postdoc ETH Zürich
  • 2010-2011: Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei focusTerra (erdwissenschaftliche Ausstellung der ETH Zürich)
  • 2011: Research Assistant beim Integrated Ocean Drilling Program (IODP) an der Texas A&M University

Interview

Sie haben an der TU Bergakademie Freiberg studiert, wie kam es dazu?

Während meiner Schulzeit habe ich mich sehr für Naturwissenschaften interessiert und war die einzige Schülerin am Sprachgymnasium, die alle Naturwissenschaften belegte.

Biologie und Geografie führten schließlich dazu, mich für Paläontologie und Geologie zu interessieren. Am Tag der offenen Tür in Freiberg war mir schnell klar, dass dieses Studium das Richtige für mich ist.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich arbeite 4-6 Monate im Jahr auf einem Bohrschiff das auf allen Ozeanen der Erde unterwegs ist. Es wird in Schichten von je 12 Stunden, 7 Tage die Woche für 6-8 Wochen am Stück gearbeitet. Wir bohren Formationen, die nie jemand zuvor gesehen oder dokumentiert hat. Ich bin eine der ersten die diese „Archive der Erde“ öffnen und einen Blick riskieren darf.

Meine Tätigkeit ist somit viel mit reisen verbunden. Ich versuche jeweils ein wenig die Region zu erkunden, in die ich reise. Dies ist nicht jedes Mal möglich, da bereits die nächste Expedition in den Startschuhen steht und langfristiger Vorbereitung bedarf.

Meine jetzige Tätigkeit ist sehr vielfältig und jede Expedition ist anders, eben dies macht meinen Job so interessant.

Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?

Jede Position, die ich beruflich ausgefüllt habe, hat mir Erfahrungen in vielen Aspekten eingebracht – kulturell, sozial, teambildend, organisatorisch etc. Ich möchte keine dieser Erfahrungen missen.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Ich erinnere mich gern an die unterschiedlichsten Dinge, die ich während meiner Zeit an der TU Bergakademie Freiberg erlebt habe; unter anderem an lange Abende im Institut mit Diskussionen über Projekte und Zwischenergebnisse, Exkursionen an den Wochenenden mit klammen Anziehsachen am Morgen und Aufschlusserkundung im Dunkeln mit Taschenlampen.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Ja, Kontakte bestehen weiterhin besonders seit Facebook und Internetkommunikation heutzutage die Mittel der Wahl sind. Somit bleibe ich auf dem Laufenden was Projekte ehemaliger Mitstudenten und Professoren angeht. Außerdem ist an der Expedition, auf der ich im Moment unterwegs bin, Professor Christoph Breitkreuz – mein damaliger Dozent in Historischer Geologie – an Bord. Das ist sicherlich etwas Besonderes, da es eher selten vorkommt, tausende Kilometer entfernt von Freiberg, mit einem Freiberger Professor zusammenzuarbeiten.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute studieren, mit auf den Weg geben?

Folgt eurem Traum und habt keine Angst etwas außer der Reihe auszuprobieren.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Take it day by, every day is unique and should not be wasted.