Stephan Golla

interviewed im Mai 2012

Steckbrief

Dr. Stephan Golla
Mitarbeiter an der an der University of Western Sydney/Australien
Studienrichtung: Betriebswirtschaftslehre

Vita

  • 2000: Abschluss zum Diplom-Kaufmann an der TU Bergakademie Freiberg
  • 2009: Promotion zum Dr. rer. pol. an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, Oestrich-Winkel/Wiesbaden
  • seit 2009: Mitarbeiter an der an der University of Western Sydney/Australien

Interview

Sie haben an der TU Bergakademie Freiberg studiert, wie kam es dazu?

1995 publizierte die Zeitung "Die Welt" einen umfangreichen Artikel über eine kleine TU im tiefen Sachsen. Gelobt wurden die ausgezeichneten Studienbedingungen im schmucken Universitätsstädtchen Freiberg sowie der historisch gute Ruf im Bergbau und anderen technischen Forschungsgebieten. Da ich gern BWL zuzüglich eines technischen Faches studieren wollte (BWL mit Maschinenbau als Schwerpunkt war hier möglich), erschien die TU in Freiberg als idealer Studienort. So schwang ich mich in meinen Mazda 323 und reiste von Schleswig-Holstein gen Sachsen, nahm die Ausfahrt "Siebenlehen", es war so gegen 1.00 Uhr nachts, und rummste direkt in ein fünf Kubikmeter großes Schlagloch – hab's überlebt.

Am nächsten morgen lief ich zur Fakultät Wirtschaftswissenschaften und fragte eine Studentin, ob mir denn einer etwas über das BWL-Studium erzählen könne. Die Studentin nahm mich bei der Hand und meinte, dass selbstverständlich immer jemand mit Auskünften zur Verfügung stünde und schon stand ich im Büro von Frau Dr. Mehnert. 2 ½ Stunden später hätte ich jede Prüfung zum Thema Studieren in Freiberg mit Auszeichnung bestanden. Frau Mehnert erklärte Studienverlauf und – ordnung, Semesteraufbau und Prüfungsordnung, Wohnungsmarkt sowie Freizeitangebote. Zudem gab es einen kleinen Einblick in die Geschichte des Silberbergbaus. Voller Begeisterung fuhr ich wieder gen Norden. Eine solche Betreuung könnten mir Massenunis bestimmt nicht bieten. Also füllte ich den ZVS-Antrag mit TU Bergakademie Freiberg als Erstwunsch aus.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich bin an der University of Western Sydney/Australien und für die Kommerzialisierung von Innovationen aus der Hochschule verantwortlich. Die Verbindung von Managementaufgaben mit komplexen technisch-wissenschaftlichen Themen ist besonders reizvoll

Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?

Zuerst die Ausbildung zum Bankkaufmann. Hier erhielt ich eine kaufmännische Grundausbildung und lernte zu arbeiten. Der Zivildienst war ebenso wertvoll  denn die Arbeit in der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung hat mich nachhaltig geprägt. Nach dem BWL-Studium arbeitete ich für einige Zeit bei der KPMG in Frankfurt, bevor ich ein Jobangebot von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht erhielt. Hier unterrichtete ich Gründungs- und Hightech Management und promovierte zum Thema Venture Capital. Die Stelle bekam ich übrigens, weil ich in Freiberg BWL mit Schwerpunktfach Maschinenbau studiert und meine Diplomarbeit bei Prof. Pleschak (†) am Institut Innovationsökonomik, einer gemeinsamen Einrichtung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung Karlsruhe und der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, geschrieben habe.

Nach meiner Promotion war ich Business Development Manager in einem Start-up-Unternehmen. Wir kommerzialisierten bio-abbaubare Polymere und entwickelten vaskuläre Implantate. Seit 2009 bin ich für die Technologiekommerzialisierung an der University of Western Sydney/Australien zuständig.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Freunde, unsere WG, Professoren und Assis, Geo-Club, Winklerstrasse, Absolom, Döner am Petri-Platz, Weihnachtsmarkt, Hockey beim Kaufland, das jährliche Fußballturnier, Semestereröffnungsparties, Karneval, meine Tutorentätigkeit in Makroökonomie bei Prof Schönfelder, der Schock als ich ins (alte) WGS einzog, Frau Opitz, die immer geholfen hat, Skifahren, Skatspielen, Block-Diplomvorprüfung, die Freude, als ich Mathe bestand, Block-Diplomprüfung mit Examen Bankbetriebslehre vormittags und Finanzmanagement am Nachmittag, Fahrten nach Chemnitz oder Dresden.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Der Kontakt zu Freunden, die mit mir studierten, ist dank der heutigen Kommunikationsmittel bestehen geblieben.

Zur TU Bergakademie Freiberg habe ich Kontakt über die Alumni-Koordinatorin. Außerdem bin ich Mitglied im Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg e. V.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute studieren, mit auf den Weg geben?

Macht alles 50% schneller und hört nicht auf andere. Lernt Englisch!

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Immer gut gelaunt schlafen gehen.