Martin Fischer

interviewed im März 2012

Steckbrief

Dr.-Ing. Martin Fischer
Geschäftsführer der Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH in Freiberg
Studienrichtung: Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie

Vita

  • 1986-1993: Studium an der RWTH Aachen
  •  Abschluss als Diplom-Ingenieur für NE-Metallurgie bei Prof. Joachim Krüger
  • 1993-1997: Promotion bei Prof. Klaus Hein am Institut für NE-Metallurgie und Reinststoffe der TU Bergakademie Freiberg
  • 1997-2007: Betriebsleiter, Siegfried Jacob Metallwerke in Ennepetal
  • 2007-2009: Assistent der Geschäftsführung, Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH, Mitglied der ECOBAT Technologies Gruppe
  • seit 2010: Geschäftsführer der Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH

Interview

Sie haben an der TU Bergakademie Freiberg promoviert, wie kam es dazu?

Dies habe ich den guten Beziehungen zwischen der RWTH Aachen und der Bergakademie Freiberg zu verdanken.

Ich wollte gern promovieren. Bei Prof. Krüger an der RWTH Aachen war dies zu dem Zeitpunkt für mich nicht möglich. So kamen seine guten Kontakte zu Prof. Hein in Freiberg ins Spiel und mit Beginn des Jahres 1993 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bergakademie.

Da die Familie meines Vaters aus Sachsen stammt, war dieser Schritt auch aus persönlicher Sicht spannend. So hatte ich Chance, meine Wurzeln neu zu entdecken.

Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg und was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Eine wichtige Station war in jedem Fall die Promotion. In einem konservativen Industriezweig wie der Hüttenindustrie würde ich ohne Promotion heute vielleicht nicht Geschäftsführer in Muldenhütten sein.

An meiner jetzigen Tätigkeit schätze ich vor allem die Vielfältigkeit. Als Geschäftsführer bin ich sowohl auf der kaufmännischen als auch auf der ingenieurtechnischen Ebene tätig

Besonders reizvoll für mich ist die internationale Komponente meiner Arbeit. Die Zugehörikeit unseres Unternehmens zu einer internationalen Gruppe, wie der ECOBAT Technologies, bringt für mich eine weltweite Zusammenarbeit mit den renommiertesten Unternehmen der Bleiindustrie mit sich.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Wenn ich zurück schaue war es schon eine ganz andere Zeit. Der frühe Arbeitsbeginn - 6.45 Uhr- ist mir auf jeden Fall in bleibender Erinnerung. Private Telefonanschlüsse waren eine Seltenheit und Wohnraum eine Rarität. Wirkliche Herausforderungen!

Doch die angenehme Arbeitsatmosphäre und die herzliche Aufnahme in den Kollegenkreis wogen diese Unannehmlichkeiten bei weitem auf.

In guter Erinnerung sind mir der Aka-Fasching, damals ein echter kultureller Höhepunkt, Partys in der Alten Mensa und im ETH, aber auch das Zusammenleben in einer WG am Meißner Ring geblieben.

Und in Freiberg habe ich meine Frau kennengelernt, auch eine Absolventin der TU Bergakademie.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Gerade hier in Freiberg sind nachhaltige Freundschaften entstanden. Auch wenn die meisten meiner Freunde mittlerweile weit verstreut sind, ist der Kontakt erhalten geblieben.

Ebenso sind die guten Verbindungen zu meinen ehemaligen Kollegen über die Jahre nie abgerissen. Gemeinsam mit Dr. Bombach vom Institut für NE-Metallurgie und Reinststoffe habe ich im letzten Jahr einen "Firmenstammtisch" ins Leben gerufen. Eine Veranstaltung bei der sich Unternehmen den Studenten vorstellen und in gemütlicher Runde ins Gespräch kommen. Ein voller Erfolg! Wir waren überrascht über die zahlreichen Interessenten.

Als Unternehmen betreuen wir ständig Studenten bei Ihren Studien- und Abschlussarbeiten. In den letzten drei Monaten konnten wir zwei Absolventen der TU Bergakademie einstellen. Ein Dritter folgt in nächster Zeit!

An einem BMBF-Projekt zum Thema "Energieeffizienz in der Blei-Industrie" arbeiten wir direkt mit der TU Bergakademie zusammen.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute studieren, mit auf den Weg geben?

Verliert euer Ziel nicht aus den Augen, schaut aber auch nach rechts und links. Genießt die Zeit des Studiums! Nehmt euch Zeit für eure Hobbys oder soziales Engagement. Nutzt die Möglichkeiten, die sich euch bieten! Dazu zähle ich sowohl den Besuch guter Vorlesungen als auch einen Auslandsaufenthalt während des Studiums!

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Lebensmotto? Das habe ich nicht direkt, aber ich finde es wichtig, auch mal über sich selbst lachen zu können. Dadurch wird Einiges leichter.