Jürgen Schellig

interviewed im Mai 2011

Steckbrief

Dipl.-Ing. Jürgen Schellig
Chef des Vortriebs des Teilabschnittes "Sedrun" des Gotthard-Basistunnels
Studienrichtung: Geotechnik und Bergbau

Vita

  • 1972-1976: TU Bergakademie Freiberg, Fachrichtung Tiefbohrtechnik
  • 1976-1984: Schachtbau Nordhausen, Schachtteufen, Bohrtechnik
  • 1984-1990: SDAG Wismut, Leiter der Bohrabteilung Bergbaubetrieb Aue
  • 1990-2004: Baker Hughes Inteq Celle, Sales and Service Bohrtechnik Bergbau
  • seit 2004: Pöyry Infra AG Zürich, Bauleitung Gotthard-Basistunnel Teilabschnitt Sedrun

Interview

Was machen Sie heute beruflich und was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer Tätigkeit?

Ich bin in der Bauleitung des Gotthard-Basistunnel Teilabschnitts Sedrun als Chef des Vortriebs tätig. Gleichzeitig  obliegt  mir die Verantwortung für die geologische Vorauserkundung der Tunnelröhren mittels Kern- und Schlagbohrungen.

Die Mitarbeit in leitender Position am längsten Eisenbahntunnel der Welt ist für mich eine große Herausforderung. Der besondere Reiz dabei ist die Verknüpfung von privaten Interessen und beruflichen Einsatz hier konkret eine hochalpine Baustelle am technisch anspruchsvollsten Bauabschnitt.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Die Zeit meines interessanten Studiums in Freiberg war verbunden mit der Vermittlung eines breiten Wissens von Mineralogie bis Maschinenbau und einem ausgeprägten fundamentierten Grundlagenstudium. Die Praxisnähe des Studiums an der TU Bergakademie ist ein entscheidender Vorteil und ausschlaggebend gewesen für meinen beruflichen Erfolg, angefangen von der Zeit bei der Wismut über die Arbeit bei Baker Hughes bis hin zum jetzigen Einsatz am Gotthardtunnel.

Vor allem aber schätze ich an Freiberg den bergmännischen Traditionsgeist und das große Zusammengehörigkeitsgefühl, wie es sicher an nicht jeder Universität zu finden ist.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Ja, ich komme gern nach Freiberg und nehme, wenn es meine Zeit erlaubt, an Fachtagungen und Exkursionen für Studenten teil. Diverse Veranstaltungen wie bspw. die traditionelle Barbarafeier haben einen festen Platz in meinem Terminkalender.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute studieren, mit auf den Weg geben?

Versucht das gewählte Studium konsequent bis zum Abschluss, wenn möglich als Dipl.-Ing, zu absolvieren. "Durststrecken" wird es immer geben und lassen sich am besten im Team bewältigen. Achtet auf ein breites Grundlagenstudium, auch wenn es erst einmal für die spätere Zeit unbrauchbar erscheint.

Pflegt das bergmännische Brauchtum, seid offen für wissenschaftlich-technische Neuerungen!

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Das Unmögliche möglich machen.