Stefan Berger

interviewed im Dezember 2010

Steckbrief

Stefan Berger
Seminarleiter und Dirigent
Studienrichtung: Betriebswirtschaftslehre

Vita

  • 1984-1994: Unterricht im Dirigieren bei Sergiu Celibidache in München
  • 1998-2004: BWL-Studium an der TU Bergakademie Freiberg, Diplom
  • seit 2004: Seminarleiter und Dirigent
  • Teilnehmer vieler Orchester-Meisterkurse in Deutschland, Österreich, Frankreich, Ungarn, Italien und Bulgarien, sowie Tätigkeit als Orchester- und Chorleiter

Interview

Was machen Sie heute beruflich?

Ich bin momentan Gastdirigent des staatlichen Pazarzhik Symphony Orchestra in Bulgarien. Außerdem leite ich unter Mitarbeit eines Führungstrainers Seminare für Manager, die keine Musiker sind. In unserem Seminar werden die klassischen Eigenschaften der "employability", nämlich Initiative, Eigenverantwortung, Engagement, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Führungsfähigkeit, Empathie, Belastbarkeit, Konfliktfähigkeit, Veränderungsbereitschaft und Reflexionsfähigkeit auf neuartige Weise mit der Kammerphilharmonie dacapo München trainiert. Jeder Seminarteilnehmer dirigiert als Höhepunkt selbst das Orchester.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer Tätigkeit?

Durch mein BWL-Studium in Freiberg kann ich die Denkweise der Seminarteilnehmer sehr gut nachvollziehen. Dies verbinde ich mit der Musik, indem ich die Unterweisung im Dirigieren während des Seminars übernehme.
Der Führungstrainer des Seminars, Dr. med. Jörg-Peter Schröder reflektiert die Körpersprache, sowie das Führungs- und Kommunikationsverhalten der Seminarteilnehmer.

Durch das direkte Feedback der Orchestermusiker erfahren die Teilnehmer etwas sehr Wertvolles über sich selbst, das in einem Mitarbeitergespräch gar nicht herauszuarbeiten wäre.  

Es ist faszinierend, zu erleben, welche (oft unvorhersehbaren) Entwicklungen die Kursteilnehmer in dem zweitägigen Seminar machen.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Meine Mitwirkung im Chor der TU Bergakademie Freiberg wird mir sicher in bleibender Erinnerung bleiben. In Freiberg war es möglich auch mit Dozenten einen persönlichen Kontakt zu pflegen.

Das reichhaltige Angebot an Ausgleichsaktivitäten, wie Kultur, Sport, Arbeitskreise und Universitätsselbstverwaltung verbinde ich ebenso mit meiner Zeit in Freiberg.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Mich verbinden nach wie vor  persönliche Kontakte zu Kommilitonen sowie Dozenten und zu Mitgliedern des Chores der TU Bergakademie Freiberg, in dem ich von Oktober 1998 bis Juli 2010 mitgewirkt habe, also noch sechs Jahre nach meinem Abschluss als Diplomkaufmann.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute studieren, mit auf den Weg geben?

Möglichst früh und ausführlich während des Studiums in den angestrebten Beruf "hineinschnuppern", z. B. durch Praktika, Werkstudenten- oder Aushilfstätigkeit,  um die eigenen Erwartungen mit der Realität abzugleichen, da es hierbei doch fast immer erhebliche Abweichungen gibt.

Ein Auslandssemester zur Horizonterweiterung und zum Partyfeiern würde ich jedem Studenten empfehlen, wenn dies mit den neuen Bachelor- und Masterregelungen vereinbar ist.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto

Was man tut, sollte nach Möglichkeit Freude machen.