Stefan Skora

interviewed im Oktober 2010

Steckbrief

Stefan Skora
Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Hoyerswerda
Studienrichtung: Verfahrenstechnik

Vita

  • 1980 - 1985 Studium Verfahrenstechnik Fachrichtung Brennstofftechnik an der TU Bergakademie Freiberg
  • 1985 Abschluss als Diplom-Ingenieur der Verfahrenstechnik
  • 1985 - 1990 Mitarbeiter einer Forschungsabteilung im VEB Gaskombinat "Schwarze Pumpe"
  • 1990 - 1995 Persönlicher Referent des Landrates des Kreises Hoyerswerda
  • 1996 - 2000 Leiter Büro des Oberbürgermeisters der kreisfreien Stadt Hoyerswerda
  • 2000 - 2001 Amtsleiter Amt für Wirtschaft und Planung Stadt Hoyerswerda
  • 2001 - 2006 Bürgermeister für Finanzen, Ordnung und Bauwesen der kreisfreien Stadt Hoyerswerda (1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters)
  • seit 01.11.2006 Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Hoyerswerda

Interview

Was machen Sie heute beruflich und was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer Tätigkeit?

Seit dem 1. November 2006 bin ich Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Hoyerswerda. Der Weg dahin begann bereits in den Jahren 1989-1990.Ich saß als Vertreter der katholischen Kirchgemeinde am Runden Tisch in Hoyerswerda und konnte endlich über die Entwicklung in unserem Land mitdiskutieren und mitbestimmen. Das Ergebnis dieser Zeit waren die ersten freien Wahlen in der DDR. Ich wurde damals in den Kreistag gewählt und bin seitdem der Politik treu geblieben.

An meiner jetzigen Tätigkeit reizt mich die kommunale Verantwortung für meine Stadt insbesondere für die Menschen, die hier leben. Das erhaltene Mandat gibt mir die Möglichkeit das Geschichtsbuch meiner Heimatstadt mitzuschreiben. Dies möchte ich mit Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit tun. Ich stehe zu meinem gegebenen Wort und sage lieber im Vorfeld, was geht und was nicht.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Für mich ist die Zeit des Studiums in Freiberg vor allem mit der Reichen Zeche, dem Zusammenhalt in der Seminargruppe und der Gemeinschaft in der katholischen Studentengemeinde verbunden.

Besonders in Erinnerung sind mir außerdem ganz spezielle Freiberger Traditionen,  wie die Fachschaftsabende mit dem Sprung übers Arschleder, das Löwenreiten oder das Steigerlied zum "Schichtwechsel". Immer hatte ich das Gefühl an einer ganz besonderen Universität zu studieren.

Ein unschätzbares Erlebnis war für mich die persönliche Verabschiedung unserer Seminargruppe zu Hause bei Prof. Rammler nach unserem Studienende.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Direkte berufliche Kontakte sind da weniger. Ich komme aber nach wie vor gern nach Freiberg z.B. zu Veranstaltungen der "Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg e.V." wie Mitgliederversammlung und Barbarafeier.

Wie bereits angesprochen war der Zusammenhalt unserer Seminargruppe einzigartig. So ist es für mich auch nicht verwunderlich, dass wir uns seit Studienabschluss jährlich an verschiedenen Orten treffen. Zu besonderen Ereignissen, wie in diesem Jahr "25 Jahre Diplom-Jubiläum", fällt unsere Wahl natürlich auf Freiberg. So konnten wir unser diesjähriges Treffen wunderbar mit der Teilnahme am Erich-Rammler- Kolloquium verbinden.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute studieren, mit auf den Weg geben?

Mir persönlich hat damals die Gemeinschaft der Seminargruppe unheimlich viel bedeutet. Deswegen möchte ich den jungen Menschen, die Seminargruppen nicht mehr kennen, eines mit auf den Weg geben: Sucht euch Unterstützung in der Gemeinschaft! Menschliche Verbindungen können sehr motivierend sein. Niemand sollte sich als Einzelkämpfer sehen.

Bringt euch außerhalb des Studiums bei verschiedenen Themen, die euch am Herzen liegen, ein. Für mich war dies die aktive Mitarbeit in der katholischen Studentengemeinde.

Glaubt an euch! Setzt euch Ziele und verfolgt diese mit Freude im Herzen, auch wenn es zwischenzeitlich Schwierigkeiten gibt.

Ihr habt heute soviel mehr Möglichkeiten. Nutzt sie! Lernt Sprachen und geht gezielt ins Ausland. Genauso wichtig ist der Kontakt zu Unternehmen. Sucht euch interessante Praktikumsplätze!

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Für mich heißt das: Bleibe wahrhaftig und glaubwürdig.

Außerdem möchte ich 3 Zitate anderer für mich bedeutender Persönlichkeiten an dieser Stelle anbringen.

"Schön reden tut's nicht, die Tat ziert den Mann.", von Adolph Kolping, wobei ich gern hinzufüge "...und die Frau."

"Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer." (Antoine de Saint-Exupéry)

Und noch einmal ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Es ist das Geheimnis des Fuchses für den kleinen Prinzen.