Dagmar Szabados

interviewed im Oktober 2010

Steckbrief

Dagmar Szabados
Oberbürgermeisterin der Stadt Halle (Saale)
Studienrichtung: Chemie

Vita

  • geboren am Geboren am 10. November 1947 in Hohlstedt (Kreis Sangerhausen), eine Tochter, ein Sohn, ein Enkelsohn, eine Enkeltocher, verheiratet mit László Szabados
  • 1966 - 1971 Chemiestudium an der Bergakademi Freiberg u. a. bei den Professoren Schrader, Ackermann und Manchen, Abschluss als Diplom-Chemikerin
  • 1971 - 1975 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Brennstoffinstitut Freiberg
  • 1976 - 1978 Umweltbeauftragte des Energiekombinates Halle
  • 1978 - 1990 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bezirkshygieneinstitut bzw. der Staatlichen Umweltinspektion Halle
  • 1990 Wahl zur Dezernentin für Umwelt und kommunale Wirtschaft der Stadt Halle und zur Bürgermeisterin als Vertreterin der OB
  • 1994 Wahl zur Beigeordneten der Stadt Halle für Jugend, Soziales und Gesundheit und Wiederwahl zur Bürgermeisterin
  • 2001 Wiederwahl zur Beigeordneten und zur Bürgermeisterin
  • 2007 Wahl zur Oberbürgermeisterin der Stadt Halle (Saale)

Interview

Was machen Sie heute beruflich?

Seit dem 1. Mai 2007 bin ich Oberbürgermeisterin der Stadt Halle (Saale).

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer Tätigkeit?

Ich kann etwas für unsere Menschen tun! Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn ein Altenheim, ein Kindergarten oder eine Schule saniert ist, und die Leute sich wohlfühlen. Glücklich bin ich über jeden „1. Spatenstich“, denn das bedeutet Aufträge für Unternehmen und Arbeit für die Menschen. Gerade bewerben wir uns um den Titel „Stadt der Wissenschaft 2012“. Bildung und Wissen sind unsere kostbarsten „Rohstoffe“, deshalb haben wir in unserer Stadt ein hervorragendes Netzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur geknüpft, das uns energisch voranbringt.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Die Chemiker des Studienjahres 1966 waren eine tolle Truppe und wir treffen uns noch heute. Wir haben uns fachlich für die Klausuren und Testate unterstützt, uns im Labor zur Seite gestanden (fachlich und emotional!). Wir haben über Gott und die Welt Nächte lang diskutiert, konnten aber auch feste feiern. Wir sind die Löwen auf dem Obermarkt geritten, der Studentenfasching und die (selbstorganisierten) Semesterbälle in der Mensa sind unvergesslich. Meinen Mann habe ich in Freiberg an der Bergakademie kennengelernt – nun sind wir 40 Jahre verheiratet! Und zum Berg- und Hüttenmännischen Tag fahren wir immer noch, wenn es die Zeit erlaubt.

Haben Sie heute noch berufliche Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Ja, ich setze mich für die Aufwertung unserer heimischen Rohstoffe, der Braunkohle, ein. Dabei geht es mir besonders um die stoffliche Verwertung. Deswegen engagiere ich mich in einer diesbezüglichen Initiative und habe u. a. Kontakt zum Rektor Prof. Dr. Meyer der TU Bergakademie Freiberg.

Was möchten Sie jungen Menschen, die heute studieren, mit auf den Weg geben?

Nutzt die großartigen Zukunftschancen, die sich heute für euch auftun! Lernt mit Freude, bereist die Welt, gründet eine Familie und entdeckt den Kosmos der Kunst und Literatur. Werdet freundliche Menschen mit offenen Augen und großem Herzen!

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Immer nach dem Positiven suchen, denn meistens stimmt die alte Weisheit: "Es ist nichts so schlecht, dass es nicht für irgend etwas gut ist."