Carola Jungwirth

interviewed im August 2009

Steckbrief

Prof. Dr. Carola Jungwirth
Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Internationales Management an der Universität Passau
Studienrichtung: Betriebswirtschaftslehre

Vita

  • 1994-2000: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Bergakademie Freiberg
  • 1998: Promotion an der TU Bergakademie Freiberg
  • 1999: Research Fellow an der American University in Washington D.C.
  • 2001-2007: Oberassistentin am Institut für Strategie und Unternehmensökonomik der Universität Zürich
  • 2005: Habilitation
  • SS 2005: Vertretungsprofessur für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Witte/Herdecke
  • SS 2007: Professorin für Corporate Entrepreneurship an der Universität Liechtenstein

Interview

Was machen Sie heute beruflich und was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer Tätigkeit?

Ich führe den Lehrstuhl für Internationales Management an der Universität Passau, bin aktives Mitglied des Fakultätsvorstands, Studiendekanin und Leiterin von zwei Drittmittel finanzierten Forschungsprojekten. Das Interessante an meinem Beruf ist die ständige Herausforderung. Man muß und will gute Ideen platzieren, gute Mitarbeiter gewinnen, Drittmittel einwerben, die Studierenden von der Wichtigkeit der eigenen Themen überzeugen usw. Außerdem unterrichte ich sehr gerne, vor allem wenn ich das Glück habe, vor einer engagierten und fordernden Klasse zu stehen.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Assistentenzeit in Freiberg?

Meine Zeit in Freiberg fiel in die Aufbaujahre nach der Wende, so dass für mich als Münchenerin nicht nur die Promotion selbst, sondern das soziale und politische Geschehen in den neuen Bundesländern sehr, sehr spannend war. Ich habe außerdem die Studierenden in bester Erinnerung, die sehr pfiffig und engagiert waren und mich von Anfang an zu sehr guter Vorbereitung meiner Kurse angespornt haben. Nie wieder hatte ich außerdem so gute Möglichkeiten zu forschen und mich gründlich in Themen einzuarbeiten, weil die Kleinheit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften die Zeit für Korrekturen und Verwaltung doch stark begrenzt hat.

Ich habe heute noch viele Freunde aus meiner Freiberger Zeit, die allerdings fast alle auch nicht mehr in Freiberg leben und arbeiten. Über meine Freundschaft zu Frau Hegewald, der ehemaligen Dekanatsrätin, hatte ich allerdings bisher noch ein enges Band zur Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Welches eigene Lebensmotto wüden Sie jungen Menschen, die heute studieren, vermitteln wollen?

Überlegt Euch genau, was Ihr wollt, und verfolgt dieses Ziel konsequent. Am Schluss zählt nur, was man wirklich erreicht hat, und nicht, was man hätte erreichen können, wenn nicht dieses und jenes gewesen wäre. Habt trotz harter Arbeit Spaß am Leben und nehmt an Erlebnissen mit, was eine Region Euch an Besonderheiten bietet. Vergesst nicht, Freundschaften zu pflegen und Euch um die Familie zu kümmern, denn wer sich in die Welt hinaustraut, braucht auch starke Wurzeln. Bekommt Kinder, sie machen wirklich glücklich.